Chiara
Veröffentlicht am 23. September 2010, von Chiara
Die Anbetung ist die Tür, die uns zu einer innigen und lebendigen Beziehung zu Gott führt. In der Anbetung vertiefe ich meine Beziehung zum Herrn. Ich knie vor dem Altarssakrament und spüre deutlich, dass ich ohne IHN nichts kann. Alles haben wir von Ihm erhalten, ganz besonders unsere Talente. Wir haben sie nicht von uns aus oder weil es ein Naturgesätz ist, sondern sie wurden uns buchstäblich in die Wiege gelegt. Diese Talente sind unsere Berufung: „ mit ihnen zu wirtschaften und Zinsen zu bringen.“ Ohne diese Gaben wäre ich unvermögend. Ich vermag nichts aus mir heraus. Alles, was ich mit diesen Gaben Gutes bewirke, sind die Zinsen, die ich am Ende meines Lebens zurückgebe. Damit wir am Ende unseres Lebens nicht mit leeren Händen dastehen, verrichten wir allerlei gute Werke und Gebete und sichern uns so etwas zum Vorzeigen. Das ist gut. Die Liebe kann aber noch bedeutend weiter gehen. Wenn wir nicht nur daran denken, uns ein Gute-Werke-Sparkonto anzulegen, sondern es einfach aus Liebe zu Gott und den Menschen tun, dann fangen wir an, in der Gegenwart Gottes zu wandeln.

Am Beispiel der Heiligen können wir erkennen, was das bedeutet. Sie standen mit leeren Händen vor Gott, weil sie nichts von ihren Gaben und Talenten für sich behalten hatten. Die hl. Thérèse von Lisieux drückte dies einfach und klar aus. ‚Wenn ich zum Herrn gehe, dann gehe ich mit leeren Händen….‘ (frei zitiert) Und sie war überglücklich, dass ihre Hände leer waren. Das ist die echte geistige Armut. Von den materiellen Bindungen hatte sie sich bereits losgesagt, aber das Immaterielle sofort und ganz verschenken, das ist die reiche Saat, die dann noch reichere Ernte bringt. „Selig, die Armen im Geiste….“
Die Armen im Geiste verschenken alles und behalten nichts zurück. Durch das Weiterschenken vermehrt sich der Ertrag. Sie wissen, dass nichts ihr Eigentum ist, sondern eine Leihgabe Gottes. Am Tag der Abrechnung wird der Zins sich aus dem zusammensetzen, was sie mit ihren Gaben Gott und dem Menschen gegeben haben. Nur wer geben kann, gewinnt wirklichen Reichtum.
Gästebuch
waeltwait schrieb am 26. September 2010
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So sind die Christenmenschen völlig verschiedener Meinung. Der Eine spart sich ein "Gutewerkkonto" an und der Andere hat nichts aufzuweisen (wie er glaubt)
Wir alle werden es eines Tages erfahren. Vielen fehlt die Möglichkeit. Alle sind erst einmal von ihrer Erzeugung ( Veranlagung ), dann von ihrer Erziehung, ihrer Umgebung in der sie aufgewachsen sind und vielleicht jahrzente gelebt haben ect abhänging. Andere hatten einen besseren Start.

Deswegen ist es auf Gott bezogen völlig unsinnig sich zu vergleichen. Menschen die sich ein " Gutetatkonto" angelegt haben, sind auch in der Gefahr auf sich selbst stolz zu sein. Damit aber schmälern sie ihren Lohn im "Neuen Leben".

Ich persönlich habe ein Leben lang gearbeitet bis der Arzt kam. Und immer und immer wieder. Ich habe geheiratet und drei Kinder erzogen. Ich weiß nicht was ich dem Herrn anbieten könnte. Mein Leben kommt mir vor wie ein einziger Misserfolg.
Ich bin ausschließlich auf die Liebe Gottes angewiesen. Entweder Gott verwirft mich oder er nimmt mich in sein Reich auf. Mir bleibt nichts als die Hoffnung, die Hoffnung auf seine Liebe.

Ich werde es ja bald erfahren.

Talita schreibt:"Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir." Danach habe ich mich ein ganzes Leben nach gesehnt, aber immer noch handele ich oft als dummer Mensch.

Vom Beitrag von Talita fühle ich mich besonders angesprochen.
Meine Hoffnung entspringt aus den Worten Jesu, der am Kreuz dem reuigen Verbrecher, der bestimmt noch viel mehr Unsinn gemacht hat, versprochen hatte dass er noch heute mit Christus im Paradiese sein würde. Wenn Christus einen solchen Menschen auf grund seines Vertrauens annimmt; wenn er die " Bangbüx" Petrus annimmtund ihm sogar seine Kirche anvertraut; wenn er den Christenverfolger Saulus annimmt und ihn zum Apostel der Apostel macht, dann habe auch ich die Hoffnung, dass er mich mit meinen leeren Händen nicht verwirft.

LG Manfred
waeltwait
love_shalom schrieb am 24. September 2010
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Nur wer mit leeren Händen vor Gott hinkniet,
dem füllt sie Gott reichlich 005
love_shalom
Talita schrieb am 23. September 2010
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So ist es .

"In der Schwachheit bin ich stark."

Wenn ich einmal erkannt habe, dass ich ohne IHN nichts bin und nichts kann, dann kann ich mich zur Verfügung stellen und Christus in mir wirken lassen.

So sagt Paulus: "Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir."

Es ist nicht einfach, das von ganzem Herzen zu sagen, zu wollen, zu glauben. Doch wenn es so ist, muss ich auch nicht mehr verzweifelt sein, wenn mir dieses oder jenes nicht gelingt. Ich kann mich stattdessen darauf konzentrieren, mich nach Seinem Willen - mit meinen Fähigkeiten, den Talenten eben - zur Verfügung zu stellen und mich in Seinem Sinne einzusetzen.

Danke! Diese Gedanken beschäftigen mich auch immer mehr.

Liebe Grüße, Talita
Talita