Die Anbetung ist die Tür, die uns zu einer innigen und lebendigen Beziehung zu Gott führt. In der Anbetung vertiefe ich meine Beziehung zum Herrn. Ich knie vor dem Altarssakrament und spüre deutlich, dass ich ohne IHN nichts kann. Alles haben wir von Ihm erhalten, ganz besonders unsere Talente. Wir haben sie nicht von uns aus oder weil es ein Naturgesätz ist, sondern sie wurden uns buchstäblich in die Wiege gelegt. Diese Talente sind unsere Berufung: „ mit ihnen zu wirtschaften und Zinsen zu bringen.“ Ohne diese Gaben wäre ich unvermögend. Ich vermag nichts aus mir heraus. Alles, was ich mit diesen Gaben Gutes bewirke, sind die Zinsen, die ich am Ende meines Lebens zurückgebe. Damit wir am Ende unseres Lebens nicht mit leeren Händen dastehen, verrichten wir allerlei gute Werke und Gebete und sichern uns so etwas zum Vorzeigen. Das ist gut. Die Liebe kann aber noch bedeutend weiter gehen. Wenn wir nicht nur daran denken, uns ein Gute-Werke-Sparkonto anzulegen, sondern es einfach aus Liebe zu Gott und den Menschen tun, dann fangen wir an, in der Gegenwart Gottes zu wandeln.
Am Beispiel der Heiligen können wir erkennen, was das bedeutet. Sie standen mit leeren Händen vor Gott, weil sie nichts von ihren Gaben und Talenten für sich behalten hatten. Die hl. Thérèse von Lisieux drückte dies einfach und klar aus. ‚Wenn ich zum Herrn gehe, dann gehe ich mit leeren Händen….‘ (frei zitiert) Und sie war überglücklich, dass ihre Hände leer waren. Das ist die echte geistige Armut. Von den materiellen Bindungen hatte sie sich bereits losgesagt, aber das Immaterielle sofort und ganz verschenken, das ist die reiche Saat, die dann noch reichere Ernte bringt. „Selig, die Armen im Geiste….“
Die Armen im Geiste verschenken alles und behalten nichts zurück. Durch das Weiterschenken vermehrt sich der Ertrag. Sie wissen, dass nichts ihr Eigentum ist, sondern eine Leihgabe Gottes. Am Tag der Abrechnung wird der Zins sich aus dem zusammensetzen, was sie mit ihren Gaben Gott und dem Menschen gegeben haben. Nur wer geben kann, gewinnt wirklichen Reichtum.