Hier sind wir mal wieder mitten im Chaos . Die misshandelten Männer, Frauen und Kinder reden endlich laut - was ich gut und richtig finde . Wem Gewalt - egal ob körperlich , geistig oder seelisch angetan wurde , der soll sich laut wehren dürfen . Nur , was soll das ganze Palaver drum herum ? Wir sind Kirche schreit nach einer Aufhebung der Zölibats , als wäre es das Allheilmittel gegen Pädophilie und Sadismus . Die Politiker diverser Parteien schreien nach rechtsstaatlicher Verfolgung und der grobe Rest der Gesellschaft gibt sich entweder ausschweifender Entpörung oder beredtem Schweigen hin . Ich muss zugeben : Mir reicht es langsam . Da ist vielen Menschen so viel Leid angetan worde und anstatt konkrete Hilfe anzubieten , wird nur geschrieen und gezetert. Was die netten Leute von "Wir sind Kirche" anscheinend noch nicht begriffen haben : Pädophilie kommt leider! in den besten Familien vor . Ehe ansich schützt nicht vor Sadismus . Wenn dem so wäre bräuchte man Kinderschänder ja nicht mehr einsperren und therapieren , sondern schlicht und ergreifend eine Frau an die Seite geben, an der sie sich `abreagieren` können . Da das aber niemand ernstlich vorschlagen würde , ist eine neuerliche Kritik am Zölibat weder sinnvoll noch hilfreich , sondern zeigt eher die Kurzsichtigkeit und Engstirnigkeit, die sich sonst hinter einem ach so weltoffenen Äußeren verbirgt. Unsere Politiker schießen sich auf die Verfolgung der Täter durch den Staat an - öh , ja , nur ist das a) schon seit vielen, vielen Jahren möglich und b) bekämpft es das Grundproblem ebenfalls nicht.
Was auch gern übersehen wird, ist die Tatsache , dass ebenso Frauen (wenn auch in wesentlich geringerer Zahl) sich an Kindern vergehen , sie sexuell missbrauchen oder sie quälen , um ihren eigenen Sadismus zu befriedigen. Die Dunkelziffer an Missbrauchsfällen ist sicherlich noch höher als ohne hin schon geschätzt.Es ist also (gut ich wiederhole mich) sinnlos MIssbrauch nur auf Geschlechter , Berufe oder sozialen Schichten zuschieben.
Fälle wie die der körperlichen Züchtiung in Schulen (also Schläge etc) lassen sich heute leicht und sicher mit Grund verdammen - nur wird zu schnell vergessen , dass sie lange Zeit als normales Mittel der Wahl galten . Hier also ebenfalls noch einmal "drauf zu schlagen" ist sinnlos .
Wo liegt aber nun das Problem ? Ganz genau wird man das erst dann sagen können , wenn wir anfangen , den Beruf des Priesters wieder als das zu sehen , zu begreifen und dahin zu führen, was er eigentlich sein sollte : Ein Priester . Heute sind Priester dazu abgestellt, Gemeinden zu verwalten , Abwanderungen zu verhindern und ansich etwas schlecht bezahlte Manager einer Gemeinde . Aber wenn ein Priester , der eine Gemeinde in den Glauben führen soll selbst kein Glaubensleben hat, dann sind dem Bösen Tür und Tor geöffnet. Wundern wir uns doch nicht, dass wir Priester haben , die kein lebendiges Glaubensleben haben , wenn wir sie nur noch als bessere Gemeindeverwalter sehen wollen . Doch dazu bedarf es auch unserer Hilfe und unseres Gebets.
Beten wir für die Priester , dass Gott sie wieder neu mit seiner Liebe und seinem Geist füllen mag!