In einem Interview mit der Südostschweiz am Sonntag macht unser Diözesanbischof Vitus Huonder wichtige Kernaussagen zu Themen, die letzte Woche öffentlich kommentiert wurden. Das ganze Interview wäre nachzulesen auf der Homepage:
http://www.bistum-chur.ch/SO_2011-02-20.pdf
Hier als Ausschnitt die Kernaussagen zum Priesterseminar sowie dem ausserordentlichen Ritus:
Warum beharren Sie auf der Möglichkeit, am Seminar in Chur Priester auszubilden, die nur den alten Ritus zelebrieren? Anscheinend besteht dafür gar kein Bedürfnis.
Zunächst möchte ich ein Missverständnis klarstellen. Jemand, der sich auf die sogenannte ausserordentliche Form spezialisieren will, kann nicht am Priesterseminar St. Luzi in Chur ausgebildet werden. Dafür braucht es eine spezielle Institution. Die ausserordentliche Form wurde
in unserem Bistum zudem immer zelebriert, von auswärtigen und eigenen Priestern. Ich möchte daher die Möglichkeit schaffen, dass wir im Rahmen der Notwendigkeiten im Bistum eigene Priester für diese Aufgabe ausbilden können.
Die Notwendigkeit hält sich doch wohl sehr in Grenzen.
Natürlich bilden wir keine Priester im alten Ritus auf Vorrat aus. Aber jener Priester, der diesen heute zelebriert, möchte altershalber abgelöst werden. Und nachdem der Heilige Vater den ausserordentlichen dem ordentlichen Ritus quasi gleichgestellt hat, gehe ich davon aus, dass die Nachfrage steigen wird. Darauf wollen wir reagieren können.
Man hat von aussen den Eindruck, Sie wollten das Bistum in die Vergangenheit führen, ein Teil Ihrer Bistumspitze verweigere Ihnen aber die Gefolgschaft.
Wenn man jetzt die Frage nach der Ausbildung von Priestern in der ausserordentlichen Form anschaut, dann wirft man mir vor, ich wollte etwas Vergangenes installieren. Dabei trifft das Gegenteil zu: Ich möchte die Möglichkeiten ausweiten. Der ordentliche Ritus wird ja im Gegenzug nicht verboten. Ich wirke gerade in diesem Fall ja integrierend. Das Angebot wird ausgebaut.
Bischöfliches Ordinariat Chur
Giuseppe Gracia
Das ganze Interview mit Bischof Vitus Huonder:
http://www.bistum-chur.ch/SO_2011-02-20.pdf