Gottvertrauen
Anfang Oktober 1978 packt Kardinal Wojtyla in Krakau seine Siebensachen, um zum Konklave für die Wahl des nächsten Papstes nach Rom zu reisen. Die Nacht vor dem Abflug aus Warschau verbringt er im dortigen Ursulinen-Kloster. Als er sich morgens von Schwester Andrea verabschiedet, wirkt er nervös und ernst. Ahnt er, dass er, obschon als Aussenseiter, zu den "papabili", den Papst-Kandidaten, gehört? "Eminenz", sagt die Nonne (laut Wojtylas Biografen), "ich weiss nicht, was ich Ihnen wünschen soll: dass Sie zurückkommen oder dass Sie nicht zurückkommen." Wojtylas Antwort: "Schwester, es gibt so viele Dinge, die wir nicht wissen. Unser Leben ist so eingerichtet, dass nur Gott alles weiss."
Mit Verspätung
Der Krakauer Kardinal kommt beinahe zu spät zum Konklave. Am frühen Nachmittag des 14. Okober fährt er dem Vernehmen nach eilig in die Gemelli-Klinik, um seinen Freund Bischof Deskur zu besuchen, der tags zuvor einen Schlaganfall erlitten hat. Dann bringt ihn sein Fahrer direkt zur Sixtinischen Kapelle. Unterdessen sind dort schon alle anderen 110 wahlberechtigten Purpurträger eingetroffen. Der vatikanische Zeremonienmeister zählt sie am Eingang: 108, 109, 110... und will schon feierlich, gemäss dem Begriff Konklave (wörtlich: mit dem Schlüssel) die Tür schliessen. Da kommt, buchstäblich in letzter Minute, Karol Wojtyla.
Nachrichten-Blog zur Seligsprechung von Johannes Paul II.:
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