JosefBordat
Veröffentlicht am 6. Februar 2012, von JosefBordat in Medien-Analyse
Als ich Harald Krassnitzer alias Kommissar Moritz Eisner grippekrank im Bett liegen sehe, läuft der Tatort binnen Sekunden in meinem Innern ab: Mord an einem 46jährigen Landwirt auf irgendeiner Alm mit angeschlossenem Sägewerk. Es stellt sich heraus, dass es Erbstreitigkeiten mit dem arroganten Bruder gibt, der schon vor Jahren nach Wien „umgesiedelt“ ist. Außerdem hat die hinterbliebene Ehefrau ein Verhältnis mit dem Bürgermeister, der den Hof umwandeln wollte in eine örtliche Skitourismuszentrale. Täter ist am Ende ein Umweltaktivist, der sich als Auszubildender in das Sägewerk infiltriert hatte. Die Ehefrau begeht 21:41 Uhr Selbstmord. Schuldgefühle. Zwei Drittel der Zeit langweilige Dialoge, das verbliebene Drittel Landschaftsaufnahmen, zu denen man sich die nachdrückliche Forderung „Machen Sie Urlaub in Österreich!“ (Bitt’ schön!) denken soll. Ganz ohne Product Placement geht’s halt nicht. Wie gehabt.

Denkste! Der gestrige Tatort („Kein Entkommen“) war der blutigste aller Zeiten. Und dazu noch einer mit eigenartiger, fast schon tendenziöser, in jedem Fall sehr flacher Behandlung des Themas "Religion und Gewalt". Eine Kritik.

Josef Bordat
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