Die Kirche ist als moralische Instanz besonders im Visier, wenn es um glaubwürdigen Umgang mit sexuellem Missbrauch geht.
Der Wiener Hochschulseelsorger Msgr. Helmut Schüller, unter dessen Verantwortung als Generalvikar der Erzdiözese Wien eine kirchliche Ombudsstelle für Missbrauchsopfer eingerichtet wurde, betonte im Interview mit den westösterreichischen Kirchenzeitungen: „Wer sich in Moralfragen exponiert, muss damit rechnen, dass er mit einer anderen Messlatte gemessen wird, wenn es Anlass zur Kritik gibt.“ Da und dort gebe es „auch eine gewisse Häme über eine angepatzte ‘weiße Weste’“, so Schüller. Umso wichtiger sei es, dass die Kirche mit dem persönlichen Versagen und den strukturellen Mängeln in ihrem eigenen Bereich „offen, ehrlich und entschieden umgeht“.