MFF
Veröffentlicht am 1. März 2010, von MFF
Die Kirche ist als moralische Instanz besonders im Visier, wenn es um glaubwürdigen Umgang mit sexuellem Missbrauch geht.
Der Wiener Hochschulseelsorger Msgr. Helmut Schüller, unter dessen Verantwortung als Generalvikar der Erzdiözese Wien eine kirchliche Ombudsstelle für Missbrauchsopfer eingerichtet wurde, betonte im Interview mit den westösterreichischen Kirchenzeitungen: „Wer sich in Moralfragen exponiert, muss damit rechnen, dass er mit einer anderen Messlatte gemessen wird, wenn es Anlass zur Kritik gibt.“ Da und dort gebe es „auch eine gewisse Häme über eine angepatzte ‘weiße Weste’“, so Schüller. Umso wichtiger sei es, dass die Kirche mit dem persönlichen Versagen und den strukturellen Mängeln in ihrem eigenen Bereich „offen, ehrlich und entschieden umgeht“.
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MFF schrieb am 1. März 2010
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Hier ein Ausschnitt aus der Papstrede:

"Der Papst forderte Irlands Bischöfe auf, entschlossen und mutig einen Ausweg aus der Krise zu suchen. Sexueller Missbrauch von Kindern und Jugendlichen sei nicht nur ein "abscheuliches Verbrechen", sondern auch eine schwere Sünde, die Gott und die Menschenwürde verletze, so Benedikt XVI. laut Schlusskommunique. Darin bekundet er zugleich die Hoffnung, dass die irischen Bischöfe jetzt mit einer Stimme sprechen und gemeinsam die erforderlichen Schritte zur Lösung unternehmen werden."
MFF
Spirit schrieb am 1. März 2010
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Lieber Paul!Eine gute Predigt!Ich kenne jemanden,der tief enttäuscht war,dass der Heilige Vater gesagt haben soll,laut Videotext Fernsehen,dass dadurch GOTT beleidigt wurde,wenn ein Kind von einem Priester,oder anderen,sexuell missbraucht wurde.
Ich denke,dies ist eine verkürzte Auslegung der Medien,aber,diese klaren,richtigen Worte denke ich,sind angemessen.Derjenige,der dies gesagt hat,hat es wohl getroffen,es ist für das einzelne Kind eine Katastrophe.Natürlich ist im Endeffekt GOTT beleidigt worden,DER in jedem Menschen wohnt,vor allem in den Kindern,die noch unschuldiger sind,und,ER hat für diese Fehler schlimm büßen müssen,um sie wieder gut zu machen,aber,zuerst ein schutzbefohlenes Kind vielleicht in seinem Vertrauen und in seiner >Lebensfreude zerstört worden.Das sollte man an die ersten Stelle setzen,wenn man so eine Sache erwähnt.
Spirit
MFF schrieb am 1. März 2010
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Eine Predigt aus aktuellem Anlass

Liebe Schwestern und Brüder,
jedes Kind, das sexuell missbraucht wird, ist ein Skandal - und eine unendliche Tragödie. In jedem einzelnen Fall wird eine Seele zutiefst verletzt. Kinder erhalten Schäden für ihr ganzes Leben, viele sehen nur noch den Ausweg in den Selbstmord. Viele reden ihr ganzes Leben nicht darüber und ziehen sich in ein Schneckenhaus zurück. Viele können nicht mehr lieben, weil Menschen, die sie selber lieb hatten und lieb haben, ihre Liebe auf das schändlichste ausgenutzt und missbraucht haben. Diesen Kindern ist doch erzählt worden, dass sie geliebt werden, dass man sie gern hat und sind dann zur Befriedigung der Täter benutzt worden. Das hat nichts mehr mit Liebe zu tun, aber diesen Kindern ist gesagt worden, dass das Liebe sei.

Es ist gut, wenn über dieses Thema nun in der breiten Öffentlichkeit diskutiert wird, dass dieses Thema nun nicht mehr unter den Teppich gekehrt wird, die Öffentlichkeit ist sensibilisiert. Hoffentlich führt es dazu, dass Täter sich nicht mehr so verstecken können, dass Opfer eher erkennen, dass da etwas mit demjenigen, der ihr Liebe verspricht, nicht stimmt, und sich einer Vertrauensperson öffnet. Mittlerweile gehen Experten davon aus, dass jedes 20. Kind ein Opfer sexuellen Missbrauchs ist, meistens von einem Familienmitglied.

Wenn es schlimm ist, vom eigenen Vater missbraucht zu werden, so ist es ebenso schlimm von einem Priester missbraucht zu werden. In beiden Fällen wird für das Kind eine Beziehung zerstört, die auch eine Beziehung zu Gott fast unmöglich macht. Überlegen sie mal, was es heißt, wenn dieses missbrauchte Kind nun hört, dass wir Gott als unseren Vater ansprechen oder als Hirten. Für dieses Kind sind diese Begriffe nun mit Schrecken belegt. Diesen Kindern wird der Weg zu Gott verbaut. Der Weg zu einem Gott, der sie befreien möchte, wie wirs heute wieder in der 1. Lesung gehört haben, Gott, der uns aus dieser Sklaverei des Missbrauchs genauso befreien möchte wie damals aus Ägypten. Damals hat er Wunder getan, und er könnte es an diesen Kindern heute wieder tun. Nur ist es schwer für diese Kinder, Gott als diesen guten Vater und guten Hirten kennen zu lernen!
Gerade wenn Kirchenmitglieder und natürlich erst recht, wenn die die in der Öffentlichkeit stehen, wie z.B die Priester, wenn die, die von einem barmherzigen Gott reden und davon sprechen wie der Glaube uns rettet und hilft, wenn diese Menschen es bei bloßen Worten belassen und nicht selber mit dem Herzen glauben, wie es Paulus heute in dem Römerbrief gesagt hat, dann können die Menschen nicht zum Glauben kommen. "Wer mit dem Herzen glaubt und mit dem Mund bekennt, wird Gerechtigkeit und Heil erlangen" - Nur wenn beides übereinstimmt, kann es zum Heil führen. Wenn unsere Taten nicht mit unseren Worten übereinstimmen, führen wir die Menschen nur weiter von Gott weg.

Das ist beim sexuellen Missbrauch so und das ist bei jeder einzelnen Sünde so. Immer, wenn unser Herz nicht mit Gottes Wort übereinstimmt, immer, wenn unsere Taten nicht von unserem verkündeten Glauben Zeugnis ablegen, dann führen wir Menschen in die Irre und werfen ein schlechtes Bild auf die gesamte Kirche. In den USA und Irland ist es soweit gekommen, dass das öffentliche Bild der Kirche durch die Sünden der Priester zutiefst erschüttert ist. Beten wir darum, dass es in Deutschland nicht ähnlich wird. Und bitten wir selber immer wieder um Vergebung, wo wir durch unser inkonsequentes Verhalten ein schlechtes Bild auf die Kirche Jesu werfen. Im Übrigen ist das auch ein Grund, weshalb in der Beichte die Lossprechung durch den Priester wichtig ist. Ich selber kann im Gebet zwar von Gott Vergebung der lässlichen Sünden erbitten, und ich kann mich mit dem versöhnen, den ich verletzt habe, aber das schlechte Ansehen, dass ich den Christen und der Kirche Jesu durch mein Verhalten bereitet habe, davon kann mich nur der Priester freisprechen.

Wir müssen uns daher immer bemühen, dass unsere Worte mit unseren Taten übereinstimmen, bemühen heiliger zu werden, ein noch besserer Christ zu werden, damit die Anderen zum Glauben kommen. Nutzen wir die übrigen 36 Fastentage zu solch einer geistigen Erneuerung.

Amen
MFF
MFF schrieb am 1. März 2010
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Ja das sind klare Worte lieber Manfred. Manche Kirchenvertreter handeln wie Kinder ,sie suchen nach Ausreden und zeigen mit dem Finger auf andere die auch schlechtes getan haben.Das ist ,so glaube ich, die verkehrte Reaktion.
L.G.:
Paul
MFF
waeltwait schrieb am 1. März 2010
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Lieber Paul,
starke und gute Worte, hoffentlich handelt er auch danach.

LG Manfred
waeltwait