Bischof wirft Narren aus der Kirche
Guggenmusiken sollen im Bistum Chur künftig nicht mehr an Gottesdiensten mitwirken. Bischof Vitus Huonder möchte «Narrenmessen» aus seinem Bistum verbannen.
Rund 700 Fasnächtler und normale Besucher nahmen am 22. Februar 2009 an der ersten Narrenmesse in der Pfarrkirche von Schwyz teil.
Bischof Vitus Huonder findet Messen seien nicht für Narren da. Hier nach seiner Weihe im Kloster Einsiedeln am 8. September 2007.
Dorfpfarrer Reto Müller findet Huonders Reaktion übertrieben. Hier an der ersten Narrenmesse 2009. Die Idee stammt von Müller und den Schwyzer Fasnachtsfiguren Blätz und Hudi. Viele Gläubige könnten sich mit der sogenannten Narrenmesse nicht anfreunden, sagte Christoph Casetti, Sprecher des Bistums Chur, zu einem Bericht des «SonntagsBlicks» und der «Zentralschweiz am Sonntag». Der Gottesdienst solle aber die Einheit der Kirche zum Ausdruck bringen und nicht polarisieren.
In einem konkreten Fall hat Bischof Huonder den Pfarrer der St. Martinskirche in Schwyz gebeten, die geplante Narrenmesse am kommendem Sonntag fallen zu lassen, wie Casetti weiter sagte. Bei solchen Messen in der Fasnachtszeit werden unter anderem Guggenmusiken in die Kirche eingeladen, um im Gottesdienst mitzuwirken.
Vermuteter Angriff von Pro Ecclesia
Der Schwyzer Pfarrer Reto Müller widerspricht: «Mir ist Huonders Bitte als Befehl mitgeteilt worden.» Die Weisung laute, dass im Gottesdienst keine Fasnachtsgewänder und keine Guggenmusiken mehr zugelassen seien, sagte Müller gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.
Müller vermutet einen gezielten Angriff der papsttreuen und konservativen Organistion «Pro Ecclesia». «Die haben mich schon lange im Visier», sagte Müller. In Schwyz selber habe sich niemand negativ über die Narrenmesse geäussert, die dieses Jahr zum zweiten Mal hätte stattfinden sollen.
«Ich bin enttäuscht von Bischof Huonder und empfinde seine Reaktion als übertrieben», sagte Müller weiter. In welcher Form er die geplante Narrenmesse durchführen will, weiss Müller noch nicht. Innerhalb von einer Woche könne noch vieles passieren.
Das Bistum Chur seinerseits will die Narrenmesse, wie sie in vielen katholischen Kirchgemeinden gefeiert wird, zum «allgemeinen Thema in den verschiedenen Gremien» machen. Es könne nicht alles, was zur Fasnacht gehöre, in der Kirche Platz haben, sagte Bischofssprecher Christoph Casetti.
Der Sprecher der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), Walter Müller, sagte auf Anfrage, dass unter den Schweizer Bischöfen die Narrenmesse bis anhin noch keinen Anlass zur Diskussion gegeben habe."
Soweit der Artikel, endlich ein Bischof, der eine Entscheidung trifft und diese Auswüchse in der hl. Messe verbietet. Super Bischof Huonder!