Das Pilgerjahr mit dem Kart$user<?xml:namespace prefix = o ns = "urn:schemas-microsoft-com:office:office" /><o:p></o:p>
Eine Annherung an das Leben von Dom Marianus Marck - Friedrich Alfred Prinz von Sachsen-Meiningen (1921 - 1997)<o:p></o:p>
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‘Das Pilgerjahr mit dem Kart䠤user’ ist ein ‘zugefallenes’ Projekt. Die bewusst im Sinne der Kartuser anonym bleibende Autorin ist durch ihre Lebenssituation, ihre Vorbildung, ihren Horchposten fr das Evangelium in einem atheistisch gepr伤gten Landstrich Thringens bestens vorbereitet, als sie auf eine ungewhnliche Gestalt hingewiesen wird. Ein Jahr lang ist sie gepilgert und hat ‘mit Grubenlampe und Spitzhacke abenteuerliche Exkursionen’ (50) in die Lebensgeschichte eines Kart춤users unternommen, der fr diesen Weg gar nicht prdestiniert schien: der aus dem Hochadel stammende Friedrich Alfred Prinz von Sachsen-Meiningen (1921 - 1997), der im s줼dthringischen Heldburg aufgewachsen ist. Er ist der Bruder Ihrer kaiserlichen Hoheit Erzherzogin von sterreich, Regina von Habsburg. <o:p></o:p>
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Dieser ‘Versuch einer Biographie’ (47) richtet sich aus an weitgehend nicht offen 1iegenden, sondern gesuchten, erfragten, gefundenen und erstlich und letztlich zugefallenen Materialien. Er wendet sich an die, die fragen, was Glauben und Kirche sind, auch was ein Orden ist. Auch hat er die im Blick, die in Thringen noch Kenntnis vom dortigen Hochadel, der in der DDR-Zeit totgeschwiegen wurde, haben und sich fragen, was aus den berlebenden geworden ist. Doch die Hintergrundfrage der Autorin selber ist: Was k윶nnte denn in der gegenwrtigen Zeit eine geeignete Form sein, zum christlichen Glauben einzuladen? <o:p></o:p>
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Dazu w䠤hlt sie eben diese Gestalt des Dom Marianus Marck und erschliet sie mit seinem Lebensanliegen von den unterschiedlichen Kontexten her: Zeiten im unangefochtenen Adelsstand, Krieg und Verlust von Familienmitgliedern, von Heimat und Besitz, Entdeckungen von Lebensbrchigkeiten mit der Hinwendung zum Glauben, zur Kirche, zum Priestertum, zum Ordensleben. Dabei geschieht das Zurcklassen des Adelsstandes in Verbindung mit dem Aufgeben des Namens. Sein Leben verluft nicht gradlinig, vielmehr mit Auseinandersetzungen, Ringen und Neuanf줤ngen bis hin zum Entschluss, Kartuser zu werden. Und auch da bleibt er nicht am ersehnten Ort, sondern wird in die USA versetzt. Vom Ende her gelesen ist dieses Leben eine Bewegung, die schon frh ersp似rte Wahrheit zu leben, auf dem Weg in die Tiefe zu bleiben, geleitet von der immer neuen Bekehrung. Sein Lebensweg vollendet sich im Tod in der Kartause in Vermont/USA. Selbstzeugnisse der Person wie auch etliche - durch die Anfrage der Autorin entstandene - Erinnerungen anderer oder Auenblicke zeigen eine Gestalt, die zur ersehnten Einheit mit Gott unterwegs ist, die sich der radikalen Suche nach dem Grund der Existenz berlsst und so aus den scheinbaren Selbstverstndlichkeiten herausw䤤chst. So kann im Angesicht dieses freigelegten, das Geheimnis wahrenden Lebenszeugnisses die Frage nach der Wahrheit der eigenen Biographie unausweichlich werden. <o:p></o:p>
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Die Autorin sucht in ihrem Buch, das den Kart$user immer deutlicher realistisch hervortreten lsst, einen verstehenden Zugang. Ihr eigener Standort ist ‘im Dazwischen’, wo die Aufmerksamkeit am wachsten und genauesten ist. In groer Transparenz markiert sie die Herkunft der gewonnenen Ausk䟼nfte. Plastische Erzhlungen mit detailgenauen Beobachtungen, metaphernreiche Bezge zwischen unterschiedlichen Lebensfeldern, weitreichende Sinnbilder, kenntnisreiche und geradezu spannende Darstellungen wie z.B. der Liturgie der Priesterweihe und der Gestalt des heiligen Bruno, des Gr似nders der Kartuser, ergeben ein Werk, bei dem die einzelnen Fden sich am Ende zusammenfinden und nach den eigenen Lebensstr䤤ngen fragen lassen. Das Schlusswort bildet eine Ansprache Papst Benedikts XVI. zum Thema, ‘Schweigen und Kontemplation’.<o:p></o:p>
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Diskret ist auch die Autorin pr$sent. Ihr Pilgerjahr ist ein Sinnbild fr den Suchweg im eigenen Leben. Ausgehend von der doppelten konfessionellen Prgung des Kart줤users von der Mutter katholisch getauft, protestantisch erzogen, spter wieder katholisch geprgt - klingt nachhaltig immer wieder ein Thema bzw. Anliegen an: die Sehnsucht nach der Einheit der Christen im gemeinsamen H䤶ren auf den Gott des Lebens. Sie ist verbunden mit dem Gespr fr den Unterschied von zeitlichen und ewigen G켼tern. Nur so lsst sich auch der Weg des Kartusers verstehen. Diese Sehnsucht bewahrheitet sich in einem Lebensstil, der friedfertig ist, der sich von der Hoffnung erfrischen l䤤sst, der sich in Kommunikation mit den Menschen vollzieht. Nicht die Lebensform des Kartusers ist der Ansatzpunkt dieses Buches, sondern die unnachgiebige Suche nach dem Grund der Existenz und wo sie berzeugend erlebbar wird. Gewiss ist dieses Buch selbst mit seiner Atmosph伤re und seinem Resonanzraum ein gelungenes Beispiel, zum christlichen Glauben einzuladen. Paul Deselaers<o:p></o:p>
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PEREGRINA: Das Pilgerjahr mit dem Kartuser. Dom Marianus Marck. Friedrich Alfred Prinz von Sachsen-Meiningen 1921 - 1997, Heiligenstadt: Cordier, 2. korrigierte und ergnzte Auflage 2008, 220 S., Abb., ISBN 978-3-939848-10-3, Broschur, € 14,90