Siegfried-Karl
Veröffentlicht am 6. März 2010, von Siegfried-Karl in Marienverehrung
Mutter Jesu Christ sei bedankt

Es ist Mittag. Ich sehe die Kirche offen. Ich muss eintreten.
Mutter Jesu Christi, ich komme nicht, um zu beten.
Ich habe nichts anzubieten noch zu bitten.
Ich komme nur, Mutter, um dich anzusehen.
Dich anzusehen, zu weinen vor Glück, zu wissen,
dass ich dein Sohn bin und du hier bist.
Nur für einen Augenblick, während die Zeit still steht.
Mittag!
Mit dir zu sein, Maria, an diesem Ort wo du bist.
Nichts sagen, dein Gesicht betrachten,
das Herz sein eigenes Lied singen lassen,
nichts sagen, nur singen, wie die Amsel,
die ihren Gedanken folgt in ihren jähen Liedern, weil das Herz überfliesst.
Weil du schön bist, weil du unbefleckt bist.
Die Frau in der Gnade endlich wieder hergestellt,
das Geschöpf in seiner früheren Ehre und seiner endgültigen Entfaltung.
So wie es aus Gott hervorging am Morgen seiner ursprünglichen Herrlichkeit.
Unsagbar rein, weil du die Mutter Jesu Christi bist,
der die Wahrheit ist in deinen Armen und die einzige Hoffnung und die einzige Frucht.
Weil du die Frau bist, das Paradies der vergessenen, ehemaligen Zärtlichkeit,
deren Blick ganz das Herz trifft und die angesammelten Tränen fliessen lässt.
Weil du mich gerettet hast, weil du Frankreich gerettet hast,
weil es auch, wie ich, für dich zu diesen Dingen gehört, an die man denkt,
Weil du eingeschritten bist zur Stunde als alles zusammenbrach,
Weil du Frankreich noch einmal gerettet hast,
weil es Mittag ist, weil es der heutige Tag ist,
weil du da bist, für immer,
weil du einfach Maria bist,
weil du einfach existierst,
Mutter Jesu Christi, sei bedankt!

Paul Claudel
Wurde vor der Statue der Heiligen Jungfrau in der Kirche Notre-Dame in Paris bekehrt (Weihnachten 1886)
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