Siegfried-Karl
1. Patriarch geht davon aus, Ägypthen wird rein islamisch

Wien (KNA/pius.info) Im Europa freuen sich die Globalstrategen am Sturz der Machthaber in Tripolis und Kairo. Doch wie sieht die Lage für die Christen in diesen Ländern aus?

Ergeht es ihnen so, wie nach der "Befreiung" des Irak durch die Truppen Amerikas? Seit der Zeit nämlich leben die Christen so gefährlich wie noch nie und verlassen scharenweise das Land. Experten befürchten den Tod einer der ältesten Christengemeinden, der Chaldäer.

In Ägypten ist die Lage nicht anders. Nach Einschätzung des koptisch-katholischen Patriarchen Antonios Naguib wird Ägypten bald ein islamistischer Staat sein. Dadurch werde die Situation für Christen nicht einfacher, sagte Naguib der österreichischen Nachrichtenagentur Kathpress in Wien.

Zugleich äußerte er jedoch die Hoffnung, dass diese Entwicklung nur vorläufig sein werde. Ein islamistisches Regime entspreche nicht dem „Geist der ägyptischen Zivilisation“.

Bürgerrechtsgruppen und Reform-Allianzen hätten vor dem Wahlsieg von Muslimbrüdern und Salafisten gewarnt, sagte der Patriarch und Kardinal. „Die Gruppen wollten deshalb eine längere Vorbereitungszeit auf die Wahlen. Aber die Islamisten machten Druck und forderten: jetzt!“

Die Muslimbrüder hätten schon seit 1928 an einer Machtübernahme gearbeitet und nun „eine Gelegenheit gesehen und ergriffen“. Für die Christen würde die Umsetzung der Ideen der moderaten Muslimbrüder-Vertreter voraussichtlich keine entscheidende Veränderung ergeben, weil das ägyptische Rechtssystem bereits seit der Sadat-Regierung auf Konformität mit der Scharia Wert lege. „Wirklich kritisch“ sei hingegen, wenn Vorstellungen der Salafisten umgesetzt würden, so Naguib.

Das koptisch-katholische Kirchenoberhaupt äußerte die Einschätzung, auch eine Massenabwanderung der Christen sei möglich. Er glaube allerdings nicht an ein mögliches Ende des Christentums in Ägypten.

Wichtig für die Zukunft sei, dass sich die Christen nicht abkapselten. „Alle christlichen Kirchen ermutigen ihre Mitglieder, am politischen Leben teilzunehmen“, betonte er. Ein anderer wichtiger Aspekt sei die Solidarität des Auslands mit den Kirchen in Ägypten.

So sei etwa die koptisch-katholische Kirche in zahlreichen Sozialinitiativen für die arme Bevölkerung engagiert. Die Kirche bilde in ihren Schulen und Universitäten auch künftige Führungskräfte aus. Für ihre Programme im Sozial- und Bildungsbereich benötige sie aber weiterhin Unterstützung.

2. Was sagt der Koptische Bischof in Deutschland zur Verfolgung der kptischen Christen?


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