Als Gedanken zum Sonntag erzählte ein Theologe in unserer Zeitung vom Experiment des deutschen Bestatters und Trauerbegleiters Fritz Roth. Dieser hatte über 100 Reisekoffer an bekannte und unbekannte Zeitgenossen geschickt mit der Bitte, einen Koffer für die Reise ins Jenseits zu packen. Dass die Inhalte dieser Koffer unterschiedlicher kaum sein könnten, verwundert wohl kaum.
Beim Lesen all dieser Kofferinhalte kam mir die Geschichte jenes Mannes in den Sinn, der sich monatelang im Voraus auf seine Ferien freute. Schon Wochen vor der Abreise begann er seinen Koffer zu packen, überlegte hin und überlegte her, was er mitnehmen sollte und was nicht, packte wieder aus und wieder ein. Schlussendlich war es soweit. Er stand am mit seinem Koffer am Flughafen - und musste mit Schrecken feststellen, dass er vergessen hatte, sich das nötige Visum zu besorgen.
Ist das nicht die Situation vieler Christen heute? Sie „freuen“ sich auf das Jenseits, und packen alles Mögliche in jenen Koffer, den sie einst mitnehmen wollen, all die Dinge, die ihnen hier und jetzt wichtig sind, auf die sie zu ihrem Glück nicht glauben verzichten zu können. Aber um eines kümmern sie sich kaum, um das „Visum“, um die Zutrittsberechtigung ins ewige Leben.
Zwei Bibelstellen kommen wir in den Sinn, die häufig überlesen werden. Die erste ist Mt. 22,11 ff. Da ist ein Mann im Hochzeitssaal, der zwar eine Einladung bekommen hatte, aber kein hochzeitliches Gewand trägt. Er wird hinaus geworfen. Die zweite ist Offb 7,14. Hier wird konkreter, was dieses hochzeitliche Gewand meint. Es geht nicht darum, sich ein neues Kleid für die Hochzeit zu kaufen. Zugelassen werden jene, die ihre Kleider im Blut des Lammes gewaschen haben.
Die Einladung ins ewige Reich Gottes haben wir alle. Wir müssen auch nicht reich genug sein, um uns ein entsprechend Outfit zulegen zu können. Aber um eines kommen wir nicht herum, wir müssen unsere Kleider im Blut des Lammes waschen. Das nimmt uns niemand ab, auch Gott nicht. Wäre nicht gerade diese Fastenzeit eine Gelegenheit, dies wieder einmal zu tun?
Was packe ich in meinen Koffer für die letzte Reise, die Reise in die Ewigkeit?
Am Besten, Nichts! Nichts, das ist nicht viel… oder doch etwas, das muss unbedingt mit:
Ein riesengrosses unerschütterliches Vertrauen in Jesu Barmherzigkeit!
Aber sonst brauche ich wirklich nichts!?Nicht einmal meine guten Werke?
Nicht einmal meine guten Werke! Denn diese konnte ich nur wirken, weil JESUS mir dazu die Gnade geschenkt hat!
Meine Liebe?
Die brauche ich auch nicht mehr, die ist mir voraus in GOTTES grosse Liebe eingegangen, und diese erwartet mich schon.
Meine Sünden?
Die sind das Letzte, was mir als Eintrittskarte in den Himmel dienen könnte! Die überlasse ich schon im Diesseits dem Abgrund der Göttlichen Barmherzigkeit, in dem ich mein Herz häufig einer Generalreinigung durch das Sakrament der Versöhnung unterziehe. Wichtig ist auch, dass ich nicht vergesse, all denen, die an mir schuldig geworden sind, immer wieder von Herzen zu vergeben. Denn das Nicht vergeben können, wird sich als Sprengstoff im Handgepäck erweisen!
Am Besten erscheine ich vor JESUS ganz arm, schwach und klein, dann wird ER mich voll Liebe und mit grossem Erbarmen auf Seinen Arm nehmen, und mich ins EWIGE LEBEN hinübertragen.
Ja, so kann ich ohne grossen Ballast die Reise ins Ewige Leben antreten und mein Bündel ist auf diese Weise immer geschnürt und ich bin allzeit bereit für SEIN Kommen!





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