Das grosse Lourdes-Lied
#1
26. Oktober, 19:50
Das grosse Lourdes-Lied
Das Ave Maria wird jeden Abend bei der Lichterprozession in mehreren Sprachen gesungen. Gerne schreib ich euch die Strophen auf Deutsch auf... so können zukünftige Lourdespilger gleich mal üben ;-)
Refrain: Ave, Ave, Ave Maria! Ave, Ave, Ave Maria!
- Die Glocken verkünden mit fröhlichem Laut das Ave Maria so lieb und so traut.
- Der Engel geleitet mit sorgender Hand, das Kind Bernadette an des Flusses Rand.
- Im Brausen des Windes das Mägdlein vernimmt, das ihm eine Gnade des Himmels bestimmt.
- Auf Massabiell' schaut es ein strahlendes Licht, wie solches entstanden, begreift es wohl nicht.
- Mit freundlichem Antlitz gar lieblich und mild, erscheint dort im Felsen ein himmlisches Bild.
- Der Blick ist erfüllet mit göttlichem Licht, das wonnige Lächeln sagt: "Fürchte dich nicht!"
- Weiss ist das Gewand, wie die Lilie der Au, der Gürtel ist lang, wie der Himmel so blau.
- Und sieh', auf den Füssen, da pranget in Gold, die himmlische Rose so duftend und hold.
- Der Rosenkranz schlinget sich fromm um die Hand, es wallet der Schleier herab aufs Gewand.
- Mit klopfendem Herzen beginnt nun geschwind das Ave zu beten das glückliche Kind.
- Es schwand die Erscheinung, das Mägdlein ruft aus: "Auf Wiedersehn morgen!" und eilet nach Haus.
- Sein Herz aber bleibt in der Grotte zurück, und sehnt sich nach dem dort empfundenen Glück.
- "Ach! Lass mich zur Mutter, die dorten erscheint, du irdische Mutter, mein Herze sonst weint!
- Sie ist ja so schön, lass zur Grotte mich gehn, ich muss jene Dame recht bald wieder sehn."
- Und gleich einer Taube so nimmt sie den Flug und folget der Gnade allmächtigem Zug.
- "O sprich, holde Dame, was willst du von mir? Was immer dein Wunsch, ich erfülle ihn dir."
- "Mit deinen Gespielen komm vierzehnmal her, das ist jetzt mein Wunsch und mein einzig Begehr.
- Gehorsames Kind ich verspreche dir dafür, dich glücklich zu machen im Himmel, nicht hier."
- "Du freilich bist gut! Wird die Welt mich versteh, wird sie mir wohl glauben, dass ich dich gesehn?
- O nein, sie wird spotten, sie glaubet dir nicht, wenngleich auch die Wahrheit gar laut für mich spricht."
- An Bernadett's Seite, da kniet im Gebet vor Tag schon die Menge und weinet und fleht.
- Das Hirtenkind gleicht einem Engel, der gern erfüllet Befehl und den Willen des Herrn.
- Nun wird sie verzückt, wird bald rot und bald bleich. Die Züge sind unschuldig, kindlich und weich.
- Auf schaut sie zur Dame, ihr strahlender Blick erzählt von unendlich erhabenem Glück.
- Und während sie betet, erstrahlet auch schon ihr Antlitz im Glanze der Himmels-Vision.
- Das gläubige Volk, es kniet staunend umher und kennt fast das betende Mägdlein nicht mehr.
- "Was ist dir, o Dame?" so fragt jetzt das Kind, "warum bist du traurig, o sag es geschwind!
- Was soll ich denn tun, um dein Herz zu erfreun?" - "Du sollst für die Sünder Gebete mir weihn!
- Auch will ich, dass gläubig und demütig fromm man hierher zur Grotte im Pilgerzug komm.
- Es soll die Kapelle aus Marmor erstehn, am Ort hier, der meine Erscheinung gesehn."
- O tiefes Geheimnis der Liebe so rein, vermag eine Mutter denn treulos sein?
- Das Kind kommt schon zweimal, es hält liebend Wort. Die Mutter erscheint nicht am heiligen Ort.
- Du gütige Dame, so weisst du denn nicht, dass es deinem Kinde an Beistand gebricht?
- Sei mutig und harre, die Prüfung vergeht, und stark wird der Glaube, wenn treu er besteht.
- Und wieder erschienen ist heut' sie dem Kind, das glücklich und selig und himmlisch gesinnt.
- "O gütige Dame, sei freundlich mit mir und gib mir ein Zeichen, ein Zeichen von dir!
- Man zeiht mich der Lüge und glaubet mir nicht, obschon doch mein Mund die lautere Wahrheit nur spricht.
- O lass dir zu Füssen am Dornstrauch erblühn die Rose, auf dass ihre Zweifel verziehn."
- Da lächelt die Dame: "Dein Wunsch sei erhört, doch geb' ich dir Bess'res, denn was du begehrst."
- Die Blume verwelkt, stirbt ab und vergeht, die Liebe der Mutter für immer besteht.
- "Geh hin zu der Quelle. Ihr Wasser so rein, es soll dies ein bess'res Geschenk von mir sein."
- Das Kind eilt zum Flusse. Ein Zeichen, ein Blick ruft es in die Grotte zur Dame zurück.
- Nun gräbt es die Erde mit flüchtiger Hand und bald schon entspringt eine Quelle dem Sand.
- Es fliesset das Wasser, es hat schon befreit viel Tausend von Menschen aus Krankheit und Leid.
- "O himmlische Dame, ich bitte dich, sprich! Wie ist doch dein Name, wie heisset man dich?
- Verbirg dich nicht länger vor mir, deiner Magd, die demütig bittend dich darum befragt."
- Und zweimal steigt aufwärts des Kindes Gebet, zum Herzen der Mutter und dränget und fleht.
- Da naht sich das Fest, wo aus Gabriels Mund, das hohe Geheimnis der Jungfrau ward kund.
- Es strahlt ihre Schönheit in lieblichster Weis', auch gibt sie ihr letztes Geheimnis jetzt preis.
- "Die sündlos Empfang'ne", so spricht sie, "bin ich, die makellos Reine! Nun kennest du mich."
- Zum Himmel steigt wieder Maria hinauf, und nimmt unser Herzensgebet mit hinauf.
- Es wird ja dein Wunsch, viele Menschen zu sehn, in Lourdes ganz gewiss in Erfüllung einst gehn.
- Wir grüssen dich, Tal, wo die Jungfrau so rein, besonders geliebt und verehret will sein.
- Die Grotte, die ehemals verlassen und wild, sie schmückt jetzt ihr heiliges, himmlisches Bild.
- Die Quelle, sie fliesset und hört nimmer auf, zu ihr strömt die Menge in eilendem Lauf.
- Das Heiligtum hat schon seit Jahren gesehn viel Tausend von Pilgern die kommen und gehn.
- Die heiligen Hallen verkünden es laut, was einstens das Kind Bernadette geschaut.
- Wohl kennt man den Weg der zum Heiligtum führt. Es wallt ihn der Pilger, gar freudig gerührt.
- Es führt sie zur Mutter, zur Helferin hin. Wohl dem, der ihn waltet mit gläubigem Sinn.
- O leite und führe uns, himmlischer Stern zum Himmel, zur Heimat, zu Gott, unserm Herrn.







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