Die Erscheinungen von Lourdes 1858
#1 23. Juni, 13:14
Die Erscheinungen von Lourdes 1858





Die Erscheinungen von Lourdes 1858



 



1. Erscheinung: Donnerstag, 11. Februar



Die allerseligste Jungfrau erscheint zum ersten Mal. Bernadette hört ein
Sausen und bemerkt, dass sich trotz völliger Windstille der wilde Rosenstrauch
vor der Felsnische am Massabielle bewegt. Ein geheimnisvolles Licht erfüllt die
Grotte, dann sieht das Mädchen "eine Dame" von übernatürlicher
Schönheit. Bernadette betet den Rosenkranz, "die Dame" scheint dem
Gebet zu lauschen und entschwindet nach dem letzten Ave.



2. Erscheinung: Sonntag, 14. Februar



Von Sehnsucht gezogen, kommt Bernadette mit ihren beiden Gefährtinnen wieder
zur Grotte. Die Kinder beginnen den Rosenkranz, "die Dame" erscheint,
aber nur Bernadette sieht sie, sie besprengt die Erscheinung mit Weihwasser;
die Dame verneigt sich und schreitet bis zum Rand des Felsens vor. Nach dem
letzten Ave des Rosenkranzes verschwindet sie wieder.



3. Erscheinung: Donnerstag, 18. Februar



Bernadette nimmt Papier und Feder mit, damit die Dame ihren Wunsch
aufschreibe. Dreimal wiederholt das Mädchen seine Bitte; die Dame lächelt und
sagt: "Mach mir nur die Freude und komm durch vierzehn Tage täglich
hierher." Bernadette stimmt sofort zu, die Dame antwortet mit einem
Gegenversprechen: "Ich verspreche dir nicht, dich in dieser Welt glücklich
zu machen, sondern in der andern!" Auf die Frage, ob auch ihre
Begleiterinnen wiederkommen dürfen, antwortet die Erscheinung: "Ja, ich
wünsche viele Leute hier zu sehen."



4. Erscheinung: Freitag, 19. Februar



Während der Erscheinung hört Bernadette ein Stimmengewirr und die Rufe:
"Rette dich! Rette dich!" Aber die Dame gebietet Ruhe.



5. Erscheinung: Samstag, 20. Februar



Die Dame lehrt Bernadette ein Gebet, das nur für sie allein bestimmt ist.



6. Erscheinung: Sonntag, 21. Februar



,,Bete für die Sünder, bete für die kranke Welt!" Der Arzt Dr. Douzous
beobachtet Bernadette zum erstenmal in der Ekstase und findet keinerlei
krankhafte Anzeichen.



7. Erscheinung: Dienstag, 23. Februar



Am vorhergehenden Montag war Bernadette, ihren Eltern gehorsam, gleich zur
Schule gegangen; am Nachmittag zog es sie unwiderstehlich zur Grotte, aber die
Dame erschien nicht. Heute macht sie sich gleich nach der hl. Messe auf den
Weg. Die Ekstase dauert eine Stunde. Bernadette bewegt sich auf den Knien vor
und küsst den Boden. Die Dame teilt ihr ein Geheimnis mit, das sie niemandem
anvertrauen darf. Dann sagt sie: "Und nun, meine Tochter gehe und sage den
Priestern, dass ich an diesem Ort eine Kapelle errichtet haben will!"



8. Erscheinung: Mittwoch, 24. Februar



Darüber berichtet Bernadette dem Pfarrer Peyramale: "Dann befahl sie
(die Dame) mir, für die Sünder zu beten und in das Innere der Grotte zu kommen,
und sie rief dreimal das Wort: ,Buße! Buße! Buße!‘, das ich wiederholte, indem
ich mich auf den Knien in den Hintergrund der Höhle schleppte. Dort offenbarte
sie mir ein zweites Geheimnis, das mich allein betrifft, und dann verschwand
sie.



9. Erscheinung: Donnerstag, 25. Februar



Die Dame teilt Bernadette ein drittes Geheimnis mit; dann sagt sie:
"Und nun trinke und wasche dich in der Quelle und iss von den Kräutern,
die dort wachsen!" Unter den grabenden Händen des Mädchens entspringt im
linken Teil der Höhle die Quelle. – Am folgenden Tag bleibt die Erscheinung
aus. Es geschieht das erste Wunder: Der Steinbrucharbeiter Bouriette wird durch
das Wasser der Quelle geheilt; sein rechtes, von Steinsplittern zerstörtes Auge
erhält die Sehkraft wieder.



10. Erscheinung: Samstag, 27. Februar



Abermals trägt die Dame Bernadette auf, für die Sünder zu beten. Dann
befiehlt sie ihr, zur Buße für diese die Erde zu küssen.



11. Erscheinung: Sonntag, 28. Februar



Mehr als zweitausend Menschen warten bei der Grotte. Wie tags zuvor küsst
Bernadette die Erde und fordert die Umstehenden auf, ihrem Beispiel zu folgen.
Über das Gespräch mit der Dame erzählt sie nichts.



12. Erscheinung: Montag, 1. März



Bernadette nimmt den Rosenkranz einer Freundin, um ihn während der
Erscheinung zu benützen; aber die Dame gibt ein Zeichen und beginnt das Gebet
erst, als Bernadette wieder ihren eigenen Rosenkranz hervorholt.



13. Erscheinung: Dienstag, 2. März



Die Dame befiehlt Bernadette abermals, den Priestern zu sagen, dass sie eine
Kapelle errichtet haben will. Sie fügt hinzu: "Ich will, dass man in
Prozessionen hierher zieht."



14. Erscheinung: Mittwoch, 3. März



Es ist der vorletzte jener vierzehn Tage, an denen sich Bernadette bei der
Grotte einfinden soll. Die Menschenmenge wird immer größer. Zur
Aufrechterhaltung der Ruhe beordert der Bürgermeister das gesamte Militär von
Lourdes zum Massabielle. Bernadette schaut wieder weltentrückt einen Rosenkranz
lang die himmlische Dame.



15. Erscheinung: Donnerstag, 4. März



Mehr als 20.000 Menschen warten an den Ufern des Gave. Wie an den Tagen
zuvor befiehlt die Dame Bernadette, sich in der Quelle zu waschen, zu trinken
und von den Kräutern zu essen. Wieder fordert sie das Mädchen auf, zu den
Priestern zu gehen und ihnen zu sagen, dass sie eine Kapelle erbaut haben will
und dass man in Prozessionen herkommen soll. Eine besondere Botschaft aber
verkündet sie an diesem letzten der vierzehn Tage nicht. Diesbezüglich befragt,
erklärt Bernadette ihrer Mutter: "Es war wie immer: als die Dame kam,
lächelte sie mir zu; aber verabschiedet hat sie sich noch nicht."



16. Erscheinung: Donnerstag, 25. März (Maria Verkündigung)



Von einer inneren Stimme getrieben, eilt Bernadette am Morgen zur Grotte.
Die Nische ist schon von Licht erfüllt, die Dame wartet! Diesmal, nach
dreimaligem Befragen, offenbart sie ihren Namen: "Ich bin die Unbefleckte
Empfängnis!" Auf dem Weg zum Pfarrer sagt Bernadette diesen ihr völlig
fremden Ausdruck ununterbrochen vor sich hin, um ihn nicht zu vergessen.



17. Erscheinung: Ostermontag, 5. April



Eine geheimnisvolle Kraft zieht Bernadette zur Grotte. In der linken Hand
den Rosenkranz, in der rechten eine brennende Kerze, schaut sie wieder die
allerseligste Jungfrau. Durch eine Bewegung gerät die Seherin mit der Kerze
unter ihre linke Hand, die Flamme schlägt zwischen den Fingern durch. Dieses
"Kerzenwunder" dauert eine Viertelstunde. Doktor Douzous, der neben
Bernadette steht, kann keinerlei Verbrennungen feststellen.



18. Erscheinung: 16. Juli (Maria vom Berge Karmel)



Als Bernadette gegen Abend in der Pfarrkirche betet, erwacht wieder die
innere Stimme, die sie zur Grotte drängt. Zum letzten Mal öffnet sich dem Kind
der Himmel, die allerseligste Jungfrau lauscht dem Gebet des Rosenkranzes und
verschwindet dann – ohne ein Wort zu sagen – für immer.


Diese Erscheinungen wurden mit freundlicher Genehmigung des Marianischen Lourdeskomitees übernommen.


Hier ist die Webseite dazu:

http://members.aon.at/lourdeskomitee/