Zeugnisse und Pilgererfahrungen
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#16 23. Juni, 9:44

Ich möchte euch auch gerne meine Erfahrungen mit Medjugorje mitteilen.

Ich bin 1995 das 1. Mal hingefahren, mit Totus Tuus. Ich war damals protestantisch bzw. nicht praktizierend und habe dort meine totale "Bekehrung" erlebt und bin kurz darauf zur kath. Kirche konvertiert. Die nächsten Fahrten waren 1996,1997,1998 und 2001 und es zieht mich immer wieder zu unserer "Mama". Gerne würde ich mit meinem Mann einmal dorthin fahren (der noch nicht dort war), auch um mich bei der Muttergottes zu bedanken, dass sie mitgeholfen hat, dass ich ihn geschenkt bekommen habe..... Mein Leben hat sich also nach und durch Medjugorje total verändert!!


#17 7. April, 5:36
Ohne Medjugorje hätte ich die "Passion Christi" nie gespielt

Interview mit dem Schauspieler Jim Caviezel


Durch die Hauptrolle im Kinofilm „Die Passion Christi“ von Mel Gibson wurde Jim Caviezel weltbekannt. Die bewegenden Darstellungen der Geißelung und Kreuzigung Jesu haben die Passio des Herrn zum Anlass vieler Diskussionen über den Glauben gemacht.
Immer wieder wurde im Zusammenhang mit dem Film von Bekehrungen berichtet, die Kinobesucher erfahren haben. Wer ist dieser Jim Caviezel, der Jesus so beeindruckend spielen konnte? In einem Interview mit der OASE gesteht er, dass er ohne seine Erfahrungen in Medjugorje diese Rolle nie angenommen hätte, denn in Medjugorje sei ihm eine neue Dimension des Glaubens geschenkt worden. Mit Jim Caviezel, der im Februar diese Jahres zum sechsten Mal Medjugorje besuchte, konnten wir für die OASE das folgenden Interview führen.

Jim, könntest Du uns erzählen, wie Du von Medjugorje erfahren hast?

Meine Frau war in Medjugorje, als ich in Irland gerade bei den Dreharbeiten zu „Monte Cristo“ war. Die Dinge liefen zu dieser Zeit nicht so gut, obwohl ich sieben Tage pro Woche arbeitete. Sie rief mich an und schon aus ihrer Stimme spürte ich, dass eine Veränderung mit ihr vorgegangen war. Sie begann mir von Medjugorje zu erzählen und davon, dass ein Seher nach Irland kommen würde. Ich unterbrach sie mit den Worten: „Schau, ich habe ernste Arbeit zu tun. Ich kann mich jetzt nicht mit Sehern abgeben.“ Außerdem dachte ich, dass ich als Katholik Fatima, Lourdes oder Medjugorje nicht unbedingt annehmen muss. So waren meine Überlegungen. Noch dazu erinnerte ich mich daran, wie sehr meine Freunde und ich in der katholischen Schule, in die wir damals gemeinsam gingen, von den Ereignissen in Medjugorje anfangs begeistert waren und wie dann, als wir erfuhren, dass der Ortsbischof die Erscheinungen als unecht ablehnte, unser Interesse daran verschwand.
Der Seher Ivan Dragicevic aus Medjugorje kam also nach Irland. Für mich war aber klar, dass ich keine Zeit für ihn haben würde, da ich non-stop arbeiten musste. Jedoch dann, an einem Donnerstag, fühlte sich mein Filmpartner, Richard Harris, plötzlich unwohl, und ich bekam für den Rest des Tages frei. So konnte ich bei der Erscheinung dabei sein. Ich stand ganz hinten in der vollen Kirche und hatte keine besondere Vorstellung, was hier vor sich ging. Doch als im Moment der Erscheinung ein Mann neben mir sich aus seinem Rollstuhl heraus auf die Knie fallen ließ, war ich sehr betroffen - dieser Behinderte, so schoss es mir durch den Kopf, kniet trotz seiner unglaublichen Schmerzen auf dem kalten Steinboden und betet!
Heute ist mir bewusst, dass nur Gott mich so genau kennen konnte und wusste, wo ich zu packen war.
So eigenartig es klingt, aber am Sonntag darauf bekam ich unerwartet noch einmal frei, und so konnte ich dem Seher Ivan begegnen, was der besondere Wunsch meiner Frau war. Während der Erscheinung kniete ich neben ihm und sagte in meinem Herzen: „Ok, hier bin ich. Ich bin bereit. Mach mit mir, was du willst.“ Im selben Moment spürte ich, wie etwas mich erfüllte, es war so einfach, und doch so einmalig. Als ich aufstand, schossen mir die Tränen aus den Augen, ich begann mit ganzem Herzen zu weinen.
Ivan sagte zu mir: „Jim, der Mensch sucht sich immer Zeit für das, was er liebt. Wenn jemand keine Zeit hat und plötzlich ein Mädchen trifft, das er liebt, schafft er sich Zeit für sie. Der Grund, warum jemand keine Zeit für Gott hat, ist, weil er ihn nicht liebt.“ Das traf mich und ich fragte mich, ob ich Zeit für Gott habe. Dann sagte Ivan weiter: „Gott ruft dich, dass du mit dem Herzen betest.“ „Wie soll ich das tun?“, fragte ich ihn. „Indem du beginnst zu beten.“ In diesem Moment öffnete sich ein Fenster meines Herzens. Niemals hätte ich davor gedacht, dass dies möglich sein würde.
Wir gingen in ein Restaurant und ich muss sagen, dass mir das Essen und der Wein noch nie so gut geschmeckt haben wie an diesem Abend. Etwas begann sich in mir zu ändern. Oft schon hatte mir meine Frau das Rosenkranz-Beten beibringen wollen, und ich hatte immer abgelehnt. Jetzt aber wollte ich ihn beten, obwohl ich nicht genau wusste, wie. Ich fühlte nur, dass sich mein Herz dafür geöffnet hatte. An einem Morgen sagte ich zu meinem Chauffeur, der mich täglich zum Filmort brachte: „Ich weiß zwar nicht, wie Sie darüber denken. Aber ich will den Rosenkranz beten.“ Zu meiner Überraschung antwortete er mir: „O.K., machen wir es.“
Im sanften Licht dieser Liebe, die ich jetzt in mir zu spürte, begann ich zu erkennen, wo ich eigentlich stand, wie viele Versuchungen ich hatte, wo meine Gefühle waren, wie schwach ich war und wie Menschen von mir innerlich verurteilt wurden.

Wann bist Du dann das erste Mal nach Medjugorje gekommen?

Nach Abschluss der Dreharbeiten, die in Malta endeten, entschloss ich mich, nach Medjugorje zu fahren. Ich war voller innerer Erwartungen.
Im Alter von 20 Jahren war es wie eine innere Stimme, die mir gesagt hatte, dass ich Schauspieler werden solle. Als ich davon meinem Vater erzählte, gab er mir zur Antwort: „Wenn Gott etwas von dir wünscht, dann doch sicher nur, dass du Priester wirst. Warum sollst du Schauspieler werden?“ Auch ich verstand es damals nicht.
Jetzt stellte ich mir die Frage neu, ob es Gottes Wille ist, dass ich deshalb Schauspieler werde, um viel Geld zu verdienen und reich zu werden. Mir war das Ungleichgewicht in der Welt zwischen den wenigen, die viel zu viel besitzen und den vielen, die viel zu wenig zum Leben haben, bewusst und ich war mir sicher, dass Gott das nicht so gewollt hat und dass auch ich mich entscheiden musste, wem ich dienen wollte: dem Reichtum, der meine keine dauernde Freude schenkt, oder Gott, der mein Leben leiten will.
Medjugorje erinnerte mich an Bethlehem und ich dachte mir, so wie Jesus in dem kleinen Ort geboren wurde, so erscheint hier die Gottesmutter in einer armen Gegend „zwischen den Bergen“.
Die vier Tage in Medjugorje waren für mich wie ein Dammbruch.
Am Anfang überraschte mich noch, wie viel die Menschen hier beteten. Ich sah eine Ähnlichkeit mit einem Basketball - Camp und dachte, dass man auch dort nicht nur einmal am Tag spielt, sondern immer wieder, kontinuierlich. Und schließlich wird ja auch in der Schule nicht nur einmal am Tag gelesen, sondern ständig, immer wieder.
Während der ersten Tage in Medjugorje spürte ich beim Beten eine innere Unruhe, weil ich es nicht gewohnt war, so viel zu beten, und ich bat Gott, mir zu helfen. Doch nach vier Tagen wollte ich nichts anderes mehr tun als zu beten. Denn immer, wenn ich betete, fühlte ich mich mit Gott verbunden. Das ist eine Erfahrung, die ich jedem Katholiken nur wünschen kann. Vielleicht habe ich als Kind eine solche Erfahrung gemacht und sie vergessen. Jetzt war sie mir geschenkt worden.

Und diese Erfahrung hält an, auch zu Hause. In meiner Familie leben wir gemeinsam die Sakramente. Mit meinen Kindern bete ich täglich den Rosenkranz auf dem Weg in die Schule. Und wenn ich einmal nicht gleich beginne, dann fängt mein Sohn mit dem Gebet an.

Als ich das zweite Mal nach Medjugorje kam, suchte ich nach der Erfahrung meines ersten Besuchs. Diesmal war es aber anders. Nach einem Mittagessen luden mich Pilger ein, mit ihnen nach Siroki Brijeg zu P. Jozo Zovko mit zu fahren. Vor allem wünschte sich das meine Frau. Ich kannte P. Jozo nicht aber das, was ich ihn sagen hörte, berührte mich sehr. Ich ging zu ihm und er legte mir seine Hände auf die Schultern, was ich auch bei ihm tat. Dann legte er seine Hände auf meinen Kopf, und auch ich tat das bei ihm. In diesem Moment spürte ich in mir die Worte: „Ich liebe dich, Bruder. Dieser Mann liebt Jesus.“ P. Jozo drehte sich spontan zu seiner Dolmetscherin und fragte sie auf Kroatisch, wer ich sei und dass er mit mir sprechen wolle. Das war der Beginn einer Freundschaft, die bis heute anhält.

Damals hatte ich gerade die Dreharbeiten zur „Passion Christi“ abgeschlossen und dabei innerlich immer wieder erfahren müssen, wie verschiedene Kräfte mich davon abhalten wollten, diesen Film zu drehen.

Kannst Du uns erzählen, weshalb Du das so erlebt hast und welche Beziehung es zwischen dem Film und Medjugorje gibt?

Du kennst wahrscheinlich die Redewendung, „den Rubikon überschreiten“ - es bedeutet, dass du nicht mehr zurück gehen kannst. Der Film „Die Passion Christi“ ist so etwas für mich.
Ich war 33 Jahre alt, als die Arbeiten zum Film begannen, also im gleichen Alter wie Jesus bei der Passion. Immer wieder hatte ich Zweifel, ob ich würdig sei, Jesus zu spielen. Ivan Dragicevic ermutigte mich und sagte, dass sich Gott nie die Besten aussucht und dass er das bei sich selbst sieht.
Ohne Medjugorje hätte ich die Rolle nie gespielt, denn dort hat sich mein Herz dem Gebet und den Sakramenten geöffnet. Ich wusste, dass ich Jesus, wenn ich ihn darstellen will, ganz nahe sein muss. Täglich ging ich zur Beichte und zur Eucharistischen Anbetung. Zur heiligen Messe kam auch Mel Gibson unter der Bedingung mit, dass sie in lateinischer Sprache gelesen wird. Das war gut für mich, denn so lernte ich auch Latein.

Immer wieder kamen Versuchungen, gegen die ich mich wehren musste, und oft erfuhr ich in diesem Kampf einen großen inneren Frieden. So zum Beispiel in der Szene, wo Maria, die Gottesmutter, auf mich zustürzt und ich sage: „Siehe, ich mache alles neu.“ Diese Szene haben wir vier Mal wiederholt, und ich fühlte trotzdem, wie immer noch ich im Vordergrund stand. Dann schlug jemand auf das Kreuz und meine linke Schulter sprang aus dem Gelenk heraus. Bei diesem plötzlichen fürchterlichen Schmerz verlor ich das Gleichgewicht und wurde vom Kreuz zu Boden gedrückt. Ich schlug mit dem Gesicht auf der staubigen Erde auf, und im gleichen Moment schoss mir das Blut aus der Nase und dem Mund. Ich wiederholte die Worte zur Mutter: „Siehe, ich mache alles neu.“ Meine Schulter tat so unbeschreiblich weh, als ich langsam das Kreuz umarmte und dabei fühlte, wie wertvoll es ist. Hier hatte ich aufgehört zu spielen und es war Jesus, der sichtbar wurde. Wie als Antwort auf meine Gebete trat er hervor: „Ich will, dass die Menschen dich, Jesus, sehen, und nicht mich.“
Durch das ununterbrochene Rosenkranzgebet - ich weiß nicht, wie viele Rosenkränze ich während des Films betete - fühlte ich eine besondere Atmosphäre. Ich wusste, dass ich nicht fluchen oder mich gehen lassen durfte, wenn ich dem Team etwas vermitteln wollte. Die meisten kannten Medjugorje nicht, sie waren tolle Schauspieler und wir waren glücklich, sie bekommen zu haben. Aber wie sollte ich ihnen Medjugorje vermitteln, wenn nicht durch mein Leben? Medjugorje bedeutet für mich, aus den Sakramenten, in Einheit mit der Kirche zu leben.

Durch Medjugorje hatte ich zu glauben begonnen, dass Jesus wirklich in der Eucharistie gegenwärtig ist und dass er mir meine Sünden vergibt. Durch Medjugorje erfahre ich, wie mächtig das Rosenkranzgebet ist und welches Geschenk die tägliche heilige Messe.
Wie kann ich Menschen helfen, mehr an Jesus zu glauben? Ich begriff, dass das geschehen kann, wenn Jesus in mir gegenwärtig ist durch die Eucharistie und die Menschen durch mein Leben hindurch Jesus sehen.
Als die Szene vom Letzten Abendmahl gedreht wurde, hatte ich in speziellen Taschen auf der Innenseite meines Gewandes Reliquien von Heiligen, auch ein kleines Stück vom Kreuz Christi. Ich wünschte mir so sehr, dass Jesus ganz gegenwärtig ist, und bat einen Priester, das Allerheiligste auszusetzen. Zuerst wollte er nicht, aber ich bat ihn eindringlich, weil ich davon überzeugt war, dass die Menschen, wenn ich auf Christus schaue, ihn eher in mir erkennen werden. Der Priester stand, mit der Eucharistie in den Händen, knapp hinter dem Kameramann und mit ihm ging er nah an mich heran. Wenn die Menschen im Film das Leuchten in meinen Augen sehen, realisieren sie nicht, dass sie in Wirklichkeit Jesus sehen, die Reflexion der konsekrierten Hostie in meinen Pupillen.
So war es auch während der Kreuzigungsszene: Der Priester war anwesend und hielt das Allerheiligste in seinen Händen, während ich ununterbrochen betete.
Die größte Herausforderung für mich im Film war nicht, wie ich ursprünglich dachte, das Erlernen der Texte in lateinischer, aramäischer und hebräischer Sprache, sondern die körperlichen Strapazen, die es zu bewältigen gab. So hatte ich bei der letzten Szene eine luxierte Schulter, die jedesmal heraussprang, wenn auf das Kreuz geschlagen wurde. Bei der Geißelung war ich zwei Mal von den Peitschen getroffen worden und hatte am Rücken eine 14 Zentimeter lange Wunde, meine Lunge war voll Flüssigkeit und war von einer Lungenentzündung befallen. Dazu kam der chronische Schlafmangel: Monatelang war ich jeden Tag um drei Uhr morgens aufgestanden, da allein das Schminken acht Stunden in Anspruch nahm.

Eine besondere Herausforderung war auch die Kälte – die Temperaturen waren etwas über Null – die mir besonders bei der Kreuzigungsszene zu schaffen machte. Mein Kostüm bestand ja nur aus einem dünnen Leinengewand.

Bei der allerletzten Aufnahme hingen die Wolken sehr tief und ein Blitz schlug ins Kreuz ein, auf dem ich befestigt war. Plötzlich war es ganz still um mich und ich spürte, wie meine Haare hoch standen. Zirka 250 Menschen, die um mich waren, sahen, wie mein Körper aufleuchtete und ein Feuer links und rechts von meinem Kopf war. Etliche von ihnen waren geschockt von dem, was sie sahen.

Ich weiß, dass „Die Passion Christi“ ein einziger großer Liebesfilm ist, vielleicht einer der größten
Jesus ist heute kontroversieller als jemals zuvor. Die Schöpfung wird heute von vielen Faktoren bedroht. Doch der Glaube an Jesus wird zur Quelle der Freude.

Ich denke, dass uns Gott in diesen Tagen besonders ruft und dass wir darauf eine Antwort geben müssen - in unserem Herzen und mit unserem Leben.

Danke für das Gespräch.

Das Interview mit Jim Caviezel führte Christian Stelzer,
Oase des Friedens, Wien


Von: http://www.medjugorje.hr/de/aktualitaten/ohne-medjugorje-h%c3%a4tte-ich-die-passion-christi-nie-gespielt,2965.html
Deo Gratias!
#18 5. Juli, 13:45
Zeugnis eines Protestanten
"IM FOLGENDEN BERICHTE ICH, ALS MITGLIED DER EVANGELISCH-REFORMIERTEN KIRCHE, VON EINEM AUFENTHALT IN MEDJUGORJE IM RAHMEN DES JUGENDFESTIVALS ANFANGS AUGUST. DER LESER HAT NICHTS SPEKTAKULÄRES ZU ERWARTEN, ABER DEN EHRLICHEN UND OFFENEN BERICHT EINES (SOZUSAGEN) UNABHÄNGIGEN BEGUTACHTERS.

VORGESCHICHTE
Ich hatte, obwohl meine Eltern in der Evangelischen Kirche engagiert waren, lange keine besondere religiöse Bindung. In der Schulzeit war ich dann mit einer ganzen Reihe von Christen in der gleichen Klasse. Unter dem Einfluß von Gesprächen mit ihnen und einer relativ intensiven Bibellektüre fand ich zu Jesus Christus. Im Sommer 1994 nahm ich ihn in einem bewußten, vernunftgestützten Akt als persönlichen Retter aus der Schuld in mein Leben auf. Seither betrachte ich mich als bekehrten und wiedergeborenen Christen. Auf diesen Grundlagen stehe ich grundsätzlich bis heute. Lange Zeit war ich streng antikatholisch eingestellt. Ich hatte alle entsprechenden Argumente intus, wie sie etwa im Büchlein „Sind Sie auch katholisch?" ausgebreitet sind. Besonders beeindruckte mich 2004 ein Buch mit dem Titel „Projekt Einheit: Rom, Ökumene und die Evangelikalen", das Ökumene-Bewegungen als einen Abfall der Christen darstellt und dies mit Endzeit-Szenarien verbindet. Vor solchem hatte ich große Angst, so daß ich mich gegen alles Katholische scharf abgrenzte. Auch die Ereignisse um den Papsttod 2005 betrachtete ich äußerst kritisch, was ich gegenüber Dritten auch kundtat.
In jener Zeit lernte ich jedoch an der Universität St. Gallen - wo ich als Assistent tätig war - eine Studentin aus Österreich (genauer: Vorarlberg) kennen. Der ganze Hergang dieses Kennenlernens war so, daß ich wußte, daß Gott diese Begegnung wollte und daß sie wichtig war. Ich interpretierte das so, daß der Betreffenden von mir irgendwie geholfen werden müßte. (Ich hielt mich für religiös und moralisch ziemlich fortgeschritten.) Erst mit der Zeit kam ich darauf, daß Gott durch diese Begegnung eher mich verändern wollte als sie...
Ich fand den Ansatzpunkt für meine Hilfsbemühungen rasch: Die junge Frau war Mitglied der christlichen Gruppe an der Universität, aber offensichtlich nicht bekehrt, wie ich es verstand, und zudem katholisch. Ich begann deshalb bald, sie in meinem Sinne zu bearbeiten. Diese Bemühungen führten aber zu immer stärkeren Irritationen. Denn ohne Zweifel kannte sie Jesus Christus als ihren Heiland. Ich werde nicht vergessen, wie sie auf entsprechende Erklärungen meinerseits lächelte und sagte: „Das weiß ich doch!" Als ob sie sagen wollte: „Wie kannst du dich nur bei diesen Banalitäten aufhalten!"
Die christliche Gruppe an der Universität, in deren Rahmen ich die Person hauptsächlich sah, war interkonfessionell ausgerichtet, aber doch eher evangelisch/evangelikal bestimmt. Die Bekannte war in dieser Hinsicht sehr offen. Als wir jedoch einmal über Katholizismus und Protestantismus sprachen, sagte sie, daß Ereignisse wie die Marienerscheinungen in Medjugorje vielleicht doch für den Katholizismus sprechen würden, und sie jedenfalls unsicher machten im Hinblick auf die evangelische Richtung. Ich wies das scharf zurück und sagte sinngemäß, Marienerscheinungen seien totaler Humbug. Wie immer, begegnete sie diesen Ausführungen mit großer Ruhe und Gelassenheit. Sie traute mir wahrscheinlich zu, daß ich irgendwann noch schlauer würde...
Mit der Zeit kam in mir aber doch der Gedanke auf, mir dieses Medjugorje - dessen Namen ich übrigens nie so ganz pannenfrei aussprechen konnte - einmal anzuschauen. Bald ergab sich ziemlich unverhofft die Möglichkeit dazu: Im Sommer 2006 erwähnte ich in einem Gespräch mit einer Freundin, die ebenfalls in St. Gallen Assistentin war und die übrigens auch aus Österreich stammte, jene frühere Bemerkung der anderen Studentin zu Medjugorje. „Ach, dort wo ich im August sein werde!" antwortete sie spontan. Sie nehme an einem Jugendtreffen teil. Ob ich auch mitkommen wolle? Ich versprach, es mir zu überlegen. Es,zeigte sich aber, daß schon alle Plätze in der betreffenden Reisegruppe vergeben waren, so daß die Frage erledigt schien (was mir eigentlich nicht ungelegen kam). Dann aber ergab es sich, daß doch noch ein Platz frei wurde - und aus verschiedenen Gründen konnte ich mich schwerlich verweigern. Und so reiste ich am 30. Juli 2006 mit einer Schweizer Reisegruppe nach Medjugorje.

IN MEDJUGORJE
Die Zeit in Medjugorje war für mich mit einigen Anstrengungen verbunden: Gruppenreisen liegen mir individuell nicht besonders, Busreisen auch nicht sehr. Der Hitze-Sommer hatte mich schon vor der Reise ziemlich beansprucht, und die Temperaturen in Medjugorje zusammen mit einem permanenten Schlafdefizit bewirkten eine ziemlich schlechte körperliche Verfassung. Dazu kamen verschiedene Belastungen persönlicher und beruflicher Art, die ich mit mir trug. Meine Eindrücke von Medjugorje waren sehr gemischt. Ich sah manches, was mir fragwürdig schien: Da und dort beobachtete ich ein Herunterleiern von Gebetstexten, das mich an Mt 6,7 denken ließ. Die sehr präsenten Händler erinnerten mich gelegentlich an die Geschichte von Jesus im Tempel (Mt 21,12 ff.) Besondere Mühe machte mir das Thema Bekehrung: Es war zwar sehr von Bekehrung die Rede, aber es schien keine klare Vorstellung davon zu existieren. Stärker waren jedoch die positiven Erlebnisse. Besonders beeindruckte mich die Eucharistie-Feier. Mit Staunen verfolgte ich immer wieder - ich nahm die Hostie selbst natürlich nicht ein -, wie sich in den Gesichtern der Gläubigen im Moment der Einnahme des Brotes schlagartig eine Änderung vollzog. Auch bei denen, die das Ganze eher salopp anzugehen schienen, trat plötzlich eine große Ernsthaftigkeit ein. Man merkte, was dieser Moment für alle bedeutete und in ihnen auslöste.
Einmal, als ich die Priester zu den Klängen von „Agnus Dei" mit den Hostien vom Altar herunterkommen sah, hatte ich mit großer Klarheit den Gedanken in mir: „Es ist die Wahrheit." Ich blieb diesen Gedanken gegenüber aber kritisch, denn ich sah natürlich auch, wie geschickt die Emotionen angerührt wurden. Auf der anderen Seite blickte ich immer wieder zum Himmel, wo ich - die ganze Woche über - die unglaublichsten Wolkenformationen sah. Und soweit, das Himmelsbild zu beeinflussen, konnte das Inszenierungstalent der katholischen Kirche ja wohl nicht gehen!
Die Abendmahl-Feier macht aus der katholischen Messe etwas fundamental anderes als einen evangelischen Gottesdienst. Der Glaube, daß Jesus mit realer Präsenz in die Gemeinde der Gläubigen eintritt, verleiht der heiligen Messe einen ganz anderen Sinn. Mit meinem Zimmerkollegen in der Unterkunft in Medjugorje erörterte ich dieses Thema intensiv auch unter biblischen Aspekten. Das katholische Verständnis des Abendmahls scheint mir heute haltbar, ja plausibel. Jedenfalls wurde mein Bewußtsein geschärft für die Bedeutung dieser Frage, die dem Protestanten eher als absonderliches Nebenthema erscheinen mag.
Neben der Eucharistie beeindruckten mich in Medjugorje vor allem die Zeiten der Anbetung. Nie zuvor hatte ich es erlebt, daß alles Menschliche so vollkommen zurücktritt und sich eine so vollständige Konzentration auf Jesus Christus einstellt. Dies gerade im katholischen Rahmen zu erleben, verwunderte mich -hieß es doch immer, daß im Katholizismus Jesus seinen Platz mit zahlreichen „Konkurrenten" teilen müsse.
Ich habe in Medjugorje aber in der Tat eine vollständige Ausrichtung auf Jesus Christus erlebt. Heilige Messe und Anbetung dienen in unvergleicher Weise der Verehrung und Erhöhung Jesu Christi. Es geht in diesen Veranstaltungen nicht um menschliche Schlauheiten, es geht nicht darum, daß man etwas mitnehmen müßte. Sondern es geht darum, sich zu versammeln, um Jesus anzubeten und Raum zu schaffen, damit er eintreten und jeden einzelnen berühren kann.
Die Abendstunden der Eucharistie und der Anbetung in Medjugorje gehören zu den stimmungsvollsten in meinem Glaubensleben. Wenn ich heute Melodien höre wie „Dona la pace" oder „O Dio crea in me", dann ist mit einem Schlag alles wieder da: die Lichter, das Aroma der Luft, der steinige Boden, das weiße Zelt, die vielen Leute. Ich lasse mich immer wieder gerne in diese einzigartige Atmosphäre zurückversetzen.

NACH MEDJUGORJE
In der Zeit nach meiner Rückkehr aus Medjugorje ging ich zunächst ein wenig auf Abstand zur ganzen Thematik. Ich wandte mich meiner Arbeit zu und wollte die religiösen Fragen für einige Zeit zurückstellen.
Eine besondere Bedeutung bekam für mich dann aber plötzlich das Rosenkranz-Beten. Vor allem das „Gegrüßet seist du, Maria", das ich in Medjugorje so oft gehört hatte, betete ich nun selbst häufiger. Am Anfang eher als Zeitvertreib, vor allem auf Zugfahrten. Später tat ich es konzentrierter.
Was ich früher als inhaltsleeres „Ritualgebet" verurteilt hätte, spendete mir nun Freude und Frieden. Ich erkannte die Schönheit des geformten Gebets: Man tritt in seiner Individualität ganz zurück, reiht sich sozusagen ein in das Heer der Gläubigen und bekundet gemeinsam seine Verehrung und Liebe. Man produziert - für einmal - keine eigenen Gedanken, sondern begibt sich in eine gedankliche Ruhe, die erst frei macht, auch hinzuhören und zu empfangen. Man bettelt nicht und fordert nicht, sondern schenkt einfach Zeit. Besonders interessant finde ich die erstaunliche Schriftnähe des „Gegrüßet seist du, Maria". Denkt man als Außenstehender vielleicht, die Marienverehrung spiele sich in großer Distanz zur biblischen Überlieferung ab, so zeigt sich hier das Gegenteil. Die Elemente sind direkt der Bibel entnommen (Lk 1,28; 42).
Vor allem unter dem Einfluß dieses Betens habe ich zu einer persönlichen Beziehung zu Maria gefunden. Ich habe sie kennengelernt als eine einfache, sehr bescheidene Frau. Nichts will sie weniger, als vergöttert zu werden. Aber sie ist voller Liebe für die Menschen, und tief besorgt über die Verwirrungen unserer Zeit. Deshalb wendet sie sich in neuerer Zeit verstärkt selbst den Menschen zu.

WIDERSTAND GEGEN MARIA ALS AUSDRUCK VON UNREIFE IM GLAUBEN
Maria war mir vor Medjugorje völlig fremd gewesen; ja schlimmer eigentlich: sie war mir unsympathisch. Ich fand den Kult um diese Himmelskönigin irgendwie geschmacklos. Wie viele Christen sah ich in Maria gleichsam eine Konkurrentin zu Jesus. Ich betrachte diesen Widerstand gegen Maria heute als Zeichen für eine Unreife im Glauben. Die Ablehnung ist in ihren Wurzeln nicht schlecht: denn sie kommt aus einer Liebe zu Jesus. Aber sie ist auch Ausdruck von Unsicherheit und mangelnder Souveränität. Es fehlt ein bißchen das Vertrauen. Man hat Angst, Jesus durch die Verehrung seiner Mutter zu beleidigen. Mir scheint eine ganzheitliche Christlichkeit ohne eine angemessene Einbeziehung Mariens heute aber kaum mehr möglich. Sie hat Gott in ihrem Leib getragen. Sie hat Gott zur Welt gebracht. Sie hat Jesus danach behütet und aufgezogen. Daß sie in der Zeit seines Wirkens in den Hintergrund treten mußte, ist selbstverständlich: Eine „Familienbindung" hätte sich mit dem Auftrag Jesu, der auf die ganze Menschheit ausgerichtet ist, nicht vertragen. Aber daß Jesus dann am Kreuz als eines seiner letzten Worte zu seinem Lieblingsjünger sagte: „Sieh, deine Mutter!" (Joh 19, 27), zeigt ihre Bedeutung deutlich an. Es ist unvorstellbar, daß Jesus in dieser Situation etwas Nebensächliches oder Unüberlegtes gesagt hätte. Maria ist dann dabei, als sich die Jünger nach Jesu Himmelfahrt versammeln und in die neue Zeit ohne ihn eintreten (Apg 1,14). Sie spielt an der Schnittstelle von Kreuzigung und Kirchengründung eine Schlüsselrolle. Sie kann deshalb tatsächlich als geistige Mutter der Jünger-Gemeinschaft betrachtet werden. Ich glaube kaum, daß es ein vollkommenes Christentum geben kann, das Maria sozusagen ausblendet.
Die bedeutendste Frau der Menschheitsgeschichte, die Frau, die den Erlöser gebar, muß in der christlichen Gemeinschaft einen Ehrenplatz haben. Eine Kirche, die für Maria keinen richtigen Platz hat, wird auf Dauer nicht bestehen können.
Eine solche Einbeziehung Mariens ist keine Gefahr für Jesus. Maria ist keine Konkurrentin zu ihm. Die Sichtweise, daß das, was man ihr an Verehrung entgegenbringt, ihm sozusagen genommen wäre, ist zu einfach. Es ist nicht so, daß es ein bestimmtes Quantum an Liebe und Verehrung geben würde, das man richtig aufzuteilen hätte. Man kann Jesus nicht beleidigen durch die Verehrung seiner Mutter. Genauso wenig, wie man einen Menschen beleidigen kann, indem man seine Mutter ehrt. Jesus kennt keine „Eifersucht" in dieser Hinsicht. Im Gegenteil, er freut sich über jeden Menschen, der seine Mutter liebt und zu ihr eine lebendige Beziehung unterhält.

Die in protestantischen Kreisen verbreitete Furcht, Maria könnte den falschen Status einer Göttin erhalten, scheint mir unbegründet. Solches widerspricht ihrem ganzen Naturell. Es kommt jedem, der Maria kennt, eher absurd vor. Nur eine sehr unwissende und sehr unreife Marienverehrung könnte sie als Göttin betrachten.

SCHLUß
Ich habe durch Medjugorje - so empfinde ich es - Maria persönlich kennengelernt. Sie ist anders, als der Außenstehende es sich denkt. Sie ist nicht die thronende Halbgöttin, die Jesus irgendwie wegdrängt; sondern eine bescheidene Frau voller Liebe, voller Anteilnahme und Wärme. Maria ist eine ganz und gar liebevolle Mutter, die sich mit aller Kraft bemüht, ihren Kindern die Lasten, die sie bedrücken, abzunehmen. Was wir alle als Mutterliebe (hoffentlich) kennen, ist bei ihr sozusagen ins Extrem gesteigert.
Ich halte es heute für ausgeschlossen, daß jemand durch die Verehrung von Maria von Christus weggeführt werden kann. Im Gegenteil sie führt immer zu Ihm hin und sie weist die Menschen - besonders auch in den Botschaften von Medjugorje - beständig auf Jesus hin. Maria will nichts für sich; aber alles für ihren Sohn und damit für die Menschen.
Ich weiß nicht, ob man zu diesen Einsichten sozusagen aus der Distanz, etwa durch das Lesen von Büchern, kommen kann. Ich glaube es eigentlich nicht. Man muß sich wahrscheinlich in diese Erfahrungswelt hineinbegeben, um es zu verstehen. In diesem Sinne kann ich jedem eine Reise nach Medjugorje nur empfehlen. Er wird vieles lernen: über den Glauben, über die Kirche, über die Mutter Gottes - und über sich selbst."

(Quelle: "Medjugorje" Nr. 83, 4. Quartal 2006, S. 12ff.; zu beziehen durch Tel.: 0043 18930735)
Deo Gratias!
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