Vom 3. – 11. September 2009 erlebte ich wundervolle Tage auf einer "ökumenische" Pilgerreise - "Auf den Spuren des Hl. Paulus" - eine Kreufahrt in der griechischen Ägäis.
Über 800 Christen aus 50 verschiedenen Nationen, vor allem Katholiken, Anglikaner, Lutheraner, Byzantinisch-Orthodoxe und Altorientalen, darunter ca. 20 Bischöfe und 80 Priester beteten eine Schiffsreise lang um die Einheit der Kirche und besuchten dabei die Wirkungsstätten des Apostels Paulus in Griechenland und die Insel Patmos.
Insgesamt waren 15 Denominationen vertreten. Der Vorsitzende der indischen Bischofskonferenz, Kardinal Telesphore Placidus Toppo, Erzbischof von Ranchi, zelebrierte auf dem Schiff die Eröffnungsmesse. Seine Anwesenheit am ersten Tag verlieh der Pilgerfahrt eine besondere Bedeutung. Zugleich mit ihm war auch der melkitische Erzbischof Elias Chakour von Galiläa (Akko) an Bord, bekannt durch seine Schulprojekte und als Friedensstifter zwischen Palästinensern und Juden im Heiligen Land. Sein emeritierter Vorgänger, Erzbischof Boutros Mouallem, machte ebenfalls die ganze Reise mit. Hervorzuheben sind ferner der ukrainisch-orthodoxe Bischof Jeremias Ferens von Brasilien, Hauptzelebrant der Göttlichen Liturgie auf Patmos, der indisch-orthodoxe Metropolit von Delhi, der armenisch-apostolische Bischof von Damaskus mit zwei seiner Priester, der armenisch-orthodoxe Erzbischof Aris Shirvanian, (Jerusalem), der anglikanische Bischof Riah Abu El-Assal (Jerusalem), der katholische Bischof Terra Joao Evangelista, Brasilien, eine Gruppe von äthiopisch-orthodoxen Geistlichen sowie der russisch-orthodoxe Priester und Theologe Vladimir Zielinski.
Das Zeugnis des bekannten Neutestamentlers und Mariologen Abbé René Laurentin, der in seinem hohem Alter die Mühen dieser Reise für die Einheit auf sich nahm, war ein berührendes Erlebnis.
Jeden Abend wurde die hl. Messe in einer anderen Tradition gefeiert: zu Beginn und am Ende römisch-katholisch, einmal – auf der Insel Patmos – byzantinisch-orthodox, einmal armenisch-apostolisch und je einmal melkitisch-katholisch und maronitisch- bzw. syrisch-katholisch.
An zwei Abenden wurden Heilungsdienste abgehalten während derer Msgr. Kriekenbeck die Menschen ähnlich wie in Lourdes mit dem Allerheiligsten segnete. Danach gab es Gelegenheit zu einer jeweils 24 - stündigen Anbetung, die sehr rege - auch nachts und trotz Sturm - wahrgenommen wurde.
Die Stationen der Reise waren die Wirkungsstätten des Apostels Paulus in Griechenland zuerst ging es nach Athen und Korinth. Dann wurden Samstag und Sonntag die Insel Patmos mit der Grotte des Hl. Johannes und dem Johannesklosters besucht. In der Grotte hatte der Evangelist Johannes, im Exil lebend, die Offenbarung visionär gesehen und aufgeschrieben. Während unser Schiff vor dem Hafen von Patmos ankerte, kam Sonntagnachmittag der Abt des berühmten Johannesklosters, Archimandrit Antipas, mit einem Boot zum Schiff, um uns persönlich willkommen zu heißen, dabei machte er in seiner Ansprache deutlich, wie drängend wichtig auch für ihn die Einheit der Christen ist. In dieser Hinsicht bezeichnete er uns als ‚Ship of Hope’! Darüber hinaus überbrachte er zur Freude aller Teilnehmer auch die Grußadresse des Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios!
Weitere Stationen waren Philippi, Thessaloniki und Beröa und die Insel Lesvos mit dem Kloster der Heiligen Rafael, Nikolaus und Irene und das berühmte St. Michaels Kloster mit seiner außergewöhnlichen Historie und der wunderbaren St. Michaelsikone. Am letzen Tag ging die Reise zu den einmaligen und bizarren Meteoraklöster in Thessalien.
Die gläubige Atmosphäre, die auf dem Kreuzfahrtschiff zu spüren war, erfasste auch die dort Beschäftigten. Viele Glaubensgespräche ergaben sich, und die Einladungen zur Beichte und zur hl. Messe wurden auch von den philippinischen Schiffsmitarbeitern mit reger Teilnahme beantwortet.
In den Botschaften Wahres Leben in Gott wird immer wieder auf die Wichtigkeit der Zusammenlegung der katholischen und orthodoxen Osterdaten hingewiesen um zur Einheit zu gelangen:
Sage denen, die für die Einheit arbeiten, sie sollen zum Himmel aufschauen. Siehst du, wie weit weg sie von der Erde sind? Genauso weit sind auch ihre Herzen voneinander entfernt. So weit sind sie getrennt. Wann werden sie alle einstimmig einen Beschluss fassen, das Osterfest an ein und demselben Datum zu feiern? (...) Sind sie sich im Klaren darüber, wie zweimal Mein Blut wie Wasser vergossen wird? (21.12.92)
und unsere Heilige Mutter sagte am 10. Januar 1990:
die Einheit wird über euch kommen wie die Morgendämmerung, und so plötzlich wie der Fall des Kommunismus – sie wird von Gott selbst kommen, und eure Völker werden vom ‚Großen Wunder’, vom ‚Gesegneten Tag’ in eurer Geschichte sprechen“.
Der griechisch-orthodoxe Archimandrit Eugene Papas aus New York wies darauf hin, dass im Jahr 2010 und auch direkt im Jahr darauf die Osterdaten kalendermäßig zusammen fallen, was
nach den Berechnungen äußerst selten ist und erst in 800 Jahren wieder der Fall sein wird! Vielleicht wird die Teilnahme der verschiedenen Denominationen und die Einheit der Herzen, die so wunderbar auf dieser Reise zu spüren war, den Weg bereiten für eine endgültige Wendung hin zur Zusammenlegung der Daten als erstem und wichtigsten Schritt. Hier gibt Gott uns eine wunderbare Vorgabe, die nur umgesetzt werden müsste.