SCHUTZPATRONE DER LÄNDER
Jedes Land hat seinen eigenen Schutzpatron.
Für Deutschland ist es der Erzengel Michael.
Der heilige Leopold hält seine schützende Hand über Österreich,
der heilige Beatus über die Schweiz.
Katharina von Siena hingegen gilt aufgrund ihres politischen Engagements als Schutzpatronin Europas.
Der Erzengel Michael
Michael ist der Engel, dem Gott am meisten vertraut. Ein mutiger Krieger, aufmerksamer Wächter und Beschützer vor den Kräften des Bösen. Michael ist der mächtigste aller Engel.
Michael ist der mächtigste Streiter des Himmels. Im Alten Testament spricht David von Michael als „dem Fürsten der Engel.2 Er ist der Beschützer des Volkes Israel. Sein Name bedeutet: „wer ist wie Gott?“ – ein wunderbarer Name für einen Engel, der als Gottes Bote lebendiges Beispiel seiner Allmacht ist.
Michael ist der Gerechte, der das Böse bekämpft, wo es erscheint. Als Luzifer im Himmel einen Krieg anzettelte, zog Michael aus, um ihn zu besiegen und die aufrührerischen Engel aus dem Himmel zu vertreiben. Daher wird er häufig mit Rüstung dargestellt.
Um seine Gestalt ranken sich viele Legenden. Eine macht ihn zum Beschützer des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Daher gilt er heute noch als Schutzpatron Deutschlands.
Ritterlich behütet er die Schwachen und ist als Schutzgeist hoch gelegener Orte bekannt. Zwei der ihm gewidmeten Klöster liegen auf hohen Felsen: St. Michael`s Mount in Großbritannien und der Mont St. Michel in Frankreich.
Der heilige Leopold (1073-1136)
Der Sohn eines Markgrafen wurde in Melk erzogen und übernahm nach dem Todes eines Vaters die Markgrafenschaft Österreich. Als Herrscher lebte er ein Leben in Frömmigkeit und trug entscheidend zur Beilegung der kriegerischen Konflikte seiner Zeit bei. Er gründete die Klöster Mariazell und Heiligenkreuz. Als seine Frau bei der Hochzeit ihren Schleier verlor, versprach Leopold, am Fundort eine Kirche zu bauen. Sieben Jahre später fand sich der Schleier unversehrt über einem Holunderstrauch. Dort entstand das Stift Klosterneuburg.
Der heilige Beatus (+ 112)
Beatus wurde noch vom Petrus selbst zum Priester geweiht und erhielt den Auftrag, Gottes Wort dort zu verkünden, wo heute die Schweiz liegt. Er lebte als Einsiedler in einer Höhle bei Beatenberg am Thuner See, wo er einen Drachen bekämpfte, der Jahr für Jahr die Gegend verwüstete. Als Wohltäter des Landes starb er im Jahre 112. Die wenigen Darstellungen, die von ihm erhalten sind, zeigen ihn mit dem mythischen Drachen zu seinen Füßen.
Die heilige Katharina von Siena (1347-1380)
Die kleine Katharina kam im italienischen Siena als Tochter eines Wollfärbers zur Welt. Sie kämpfte darum, ins Kloster gehen zu dürfen. Als sie ihre Eltern endlich überzeugt hatte, trat sie in den Orden der Dominikaner ein. Ihre Hingabe an Arme und Kranke war legendär. Als sie eines Tages ihren Mantel einem Bettler schenkte und darauf angesprochen wurde, dass es wohl unziemlich sei, ohne Mantel auf der Straße unterwegs zu sein, antwortete sie: „Ich will lieber ohne Mantel sein als ohne Liebe.“
Ihre seherische Begabung lässt sie mit den führenden Denkern und Herrschern der abendländischen Welt Umgang pflegen. Sie bewirkt die Rückkehr des Papstes nach Rom.
aus dem Buch: Engel und Heilige von Claire Llewellyn