Jesus sprach zu seinen Jüngern: Seid barmherzig, wie es auch euer Vater ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden. Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden. Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden.
Einfache klare Sätze und doch so schwer im konkreten Vollzug. Die größte Schwierigkeit liegt in der Egozentrik unseres eigenen Maßstabes. Die Welt ist so, wie sie uns erscheint, wie wir gelernt haben, sie wahrzunehmen. Aus dieser Position heraus urteilen wir über Menschen, denken zu wenig darüber nach, dass es auch eine ganz andere Sicht auf die Wirklichkeit haben könnte. Wer nur vom eigenen Maßstab her urteilt, kann nicht barmherzig sein, und er kann nur schwer vergeben. Aus dieser Engführung entrinnen wir, wenn wir im Leiden an uns selbst ein Stück Wahrhaftigkeit gelernt haben. Dann können wir uns für ein fremdes Leid öffnen und für andersartiges Verhalten Verständnis aufbringen.
Teilen statt urteilen, verstehen statt verurteilen, aufrichten statt richten – das ist die Alternative des Evangeliums.
Die Worte aus dem TeDeum helfen mir zu einer neuen Sichtweise
spero