waeltwait
Veröffentlicht am 16. Februar 2010, von waeltwait
Ich lese in letzter Zeit immer mehr Beiträge, die Gott und Maria in höchstem Maße loben und verehren. Mir stellt sich da die Frage: Ist es nicht die höchste Verehrung, wenn wir uns ernsthaft bemühen so zu sein, daß Gott in uns wohnen will und wirken kann ? Wo ist Gott, wenn nicht in seinen Abbildern, uns Menschen. Das was Jesus an den frommen Juden so hart kritisiert hat ist doch,daß sie Gott in höchstem Maße priesen und dann außerhalb des Tempels und der Gebetszeiten taten was sie wollten. Es gibt bei Gott keine friedliche Coexistenz der verschiedenen Willen. Ich, als ich, kann gut und gerne und leicht Gott in höchsten Tönen loben und, wenn dann die Sprechstunde Gottes vorbei ist, tue ich doch wieder meinen Willen, ob es Gott gefällt oder nicht. Wenn wir uns täglich 24 Stunden lang bemühen Gottes Willen zu tun, dann ist das die höchste Verehrung. Verehrung durch die Tat und dann erst durch das Wort. Es könnte sonst sein, daß meine Lobesgesänge Gott sehr mißfallen.
Da es uns aber in den seltesten Fällen gelingt so zu leben, daß Gott auf Dauer Einzug hält in jede einzelne Seele, hat Jesus diesen Wunsch und Willen des Vaters für uns erfüllt. Wer sich also an Christus hält und sich zumindest ernsthaft bemüht den Willen des Vaters zu tun für den gelten die Worte Jesu: Kommt alle her, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Wer sich aber nicht bemüht und ihm die Freiheit seines Willens als höchstes Gut gilt, wie will der in ein Reich eingehen von dem zu lesen ist: Jedes Reich, welches in sich uneins ist zerfällt. Im Reiche Gottes herrscht Einigkeit und keine friedliche Coexistenz. Nach dem Motto: Erfüllst du mir erstmal meinen willen oh Herr, dann erfülle ich dir auch deinen Willen, auch wenn es mich noch so anwidert. Nein!! So kann das Reich Gottes nicht aussehen. Und was ist der Motor für diese Einigkeit ? Es kann nur die Liebe sein. Die Liebe zu allem was da ist.
Was aber ist die Aufgabe des Menschen in dieser komplizierten und beschwerlichen Welt. Es ist eigentlich ganz einfach. Gott in seiner Dreifaltigkeit und alles was Gott geschaffen hat zu lieben. Das Leben, welches Gott ist und von Gott ausgeht liebend zu erhalten, zu pflegen, zu mehren und zu verschönern. Das ist meiner Meinung nach die Aufgabe eines jeden Menschen. Davon ist keiner ausgenommen. Und dies tut jeder auf seine ganz eigene spezifische Art gemäß seiner Talente und auch seiner Neigung. Jeder ist anders geartet, sonst würde das Leben hier auf dieser Erde vielleicht schnell langweilig. Aber zur Liebe sind wir durch Gott/Christus alle berufen. Die einzelnen speziellen Berufungen gegeneinander auszuspielen ist mit einer der dümmsten Dinge, die ein Mensch tun kann. Der einzelne mag alles sein, aber ein Anwalt Gottes für Gerechtigkeit in dieser Welt ist der Einzelne bestimmt nicht. Anwalt Gottes ja, aber dann hat Gott diese Anwaltschaft der ganzen Kirche übertragen. Der einzelne Mensch, der durch die Erbsünde getrennt von Gott lebt bis zu diesem Zeitpunkt wo Gott ihn zu sich heimholt ist viel zu eitel, weil er auf seine Person bezogen denkt und lebt, als daß er Gottes Anwalt sein könnte. Er wäre hoffnungslos überbeansprucht.
Dann ist in den Beiträgen hier im KS wieder oft die Rede davon, daß Gott auch hart strafen kann und wird. Da werden wieder Zeigefinger erhoben. Da wird wieder Angst gesäht. Da wird mehr vom Bösen und vom Unheil was über uns Menschen kommt gesprochen als von der Liebe Gottes zu uns Menschen. Trotzdem daß wir Sünder sind. Gott will, wo es möglich ist alle Menschen heimholen zu sich ins Leben. Nur der sich nicht heimholen lassen will, wird das Leben verpassen, denn in ihm ist kein eignes Leben.
Da ist oft der Ruf nach göttlicher Gerechtigkeit. Es sollte jeder wissen und sich immer bewußt halten, daß die Gerechtigkeit Gottes auf denn Menschen übergegangen ist, das heißt, daß im prinzip nicht Gott richtet sondern der Mensch. Er hat sein Schicksal in eigener Hand, denn: so wie du mißt, wirst du gemessen. Der Mensch muß sich an sich selbst messen lassen nicht an den Vorstellungen Gottes. Denn wir erreichen es ja doch nie untadelig nach Gottes Vorstellungen zu leben. Könnten wir das noch nach dem Sündenfall, hätte Christus uns nicht erlösen brauchen.
Es gibt hier im KS Menschen, ( so mein Gefühl) die eben andere an diesen Idealen messen. Das sollten sie ausschließlich für sich machen. Vielleicht erkennen sie dann, daß sie selbst nicht ihren eigenen Ansprüchen genügen und auf diesem Wege vielleicht oder sehr wahrscheinlich keinen Anteil haben werden am Leben. Für alle anderen hat Christus die Zeche bezahlt.

Bitten wir um Demut, Verzeihung, Hilfe und Liebe.
Gästebuch
waeltwait schrieb am 16. Februar 2010
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Liebe Manuela, schreibst:

Jesus,der eins ist mit dem Vater, straft nicht, er möchte uns heilen,so müssen wir uns heilen lassen wollen. Mit der Liebe können wir auch das Böse überwinden, den Liebe verträgt das Böse nicht.

Schöner kann man es kaum sagen.

Danke

Liebe Grüße von Manfred
waeltwait
waeltwait schrieb am 16. Februar 2010
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Hallo, liebe Mariagoretti,
da muß ich etwas richtig stellen. Von mir war es nicht so gemeint, daß man nicht mehr verehren sollte. Ich wollte nur auf die Gefahr aufmerksam machen, daß man sich dem trügerischen Gedanken hingibt, daß es in erster Linie wichtig sei Gott, Maria und die Heiligen zu loben und zu preisen, aber nicht ernsthaft nach dem Willen Gottes fragt. Im Sinne von dem Bibelwort: "Nicht die, die Herr, Herr sagen kommen in den Himmel, sondern die, die den Willen meines Vaters tun."

Kritisieren wollte ich keinen, sondern nur zu bedenken geben.

Liebe Mariagoretti, nein Kritik an der Marienverehrung war das nicht. Jedenfalls von mir nicht so gemeint. Maria ist wegen ihrer Liebe und ihrer Demut von Gott auserwählt worden, weil würdig befunden, Mutter des Menschen zu werden, der uns Menschen wieder mit Gott versöhnt, wenn wir uns versöhnen lassen wollen. Mutter Jesu; Mutter des Menschen der als Sohn Teil der Dreifaltigkeit Gottes ist. Warum sollte man sie denn nicht lieben und verehren.

Nur, und jetzt kommt Kritik. Marienverehrer sind sehr oft Menschen, bei denen man den Eindruck gewinnt, Maria sei die wichtigste Person im Himmel. Und an diesem Eindruck wetzen sich nicht nur Katholiken. Ich habe selbst einmal in einem Kolpinghaus Marienverehrer kennengelernt. Zum Davonlaufen. Man darf bei aller Liebe und Verehrung die richtige Gewichtung nicht aus den Augen verlieren.
Der Mensch Jesus, der durch den Heiligen Geist zu Christus wurde (als Mensch) betete zum Vater. Maria sagte zu den Menschen: Was er euch sagt das tut.
Es mag nicht auf dich zutreffen, aber Marienverehrer machen oft den Eindruck, als wenn sie mit Maria neben Gott Vater auch eine Gott Mutter etablieren wollten. Das ist keine Unterstellung dir gegenüber, aber der Eindruck entsteht leider allzu oft.
Ich hoffe, ich konnte mich mit dr wieder versöhnen.
Ich liebe Maria selbst auch; aber als das was sie ist. Maria ist die Frau, die zu Gottes Plänen im Vertrauen ein unbedingtes Ja sagte. Und so konnte sie zur Mutter Jesu werden. Eine großartige Frau.

Liebe Grüße vom Manfred
waeltwait
Mariagoretti schrieb am 16. Februar 2010
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Lieber Manfred, wir hatte ja schon oft Meinungsverschiedenheiten wegen der liberalen Auffassung in der katholischen Kirche, wie Du sie vertrittst und der tatsächlichen Lehre in der Kirche, die ich vertrete. Ich habe es selbst bei Aufenthalten in Norddeutschland erlebt, dass die Dinge ermassen frei gehandhabt werden, wie es nicht erlaubt ist. Da ist zum einen, dass Bussgottesdiente ( die ich ablehne), abgehalten werden und Generlabsolution erteilt ist, was in der katholischen Kirche verboten ist. Es beichtet keiner mehr, weil der Pfarrer für alle Absolution erteilt. Das nächste, je weiter Du nach Norden kommst, desto flacher ist die Marienverehrung, gut, wenn Ihr das nicht für notwendig haltet, aber lasst uns, die wir einen tieferen Glauben haben, die Verehrung der Mutter Christi. Wenn sie nicht ja gesagt hätte, gäbe es den Sohn nicht, wären wir nicht erlöst worden.
Du schreibst, dass wir keinen Anteil haben werden am Leben, dass Christus für Tiefgläubige die Zeche nicht bezahlt hat, nur für solche, die denken wir Du.
Zur Liebe sind wir alle berufen, aber ich kämpfe immer für den Standpunkt vor der katholischen Kirche und warne immer vor der allzu grossen Liberalisierung.
Luther selbst hat einmal gesagt: Nehmt mir die Mutter nicht und wollte auch die Beichte nicht abschaffen, das haben die kleinen Lutherchen hintennach besorgt ( Calvin und noch andere mehr)
Ich erinnere hier nochmals an den Ausspruch von Joh. Paul II: Totus tuus, ganz Dein, o Maria.
Mariagoretti
Manuela schrieb am 16. Februar 2010
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Ein schöner Beitrag!
Kor.12,4
Die Liebe übt Nachsicht; in Güte handelt die Liebe.Sie eifert nicht;die Liebe macht sich nicht groß,sie bläht sich nicht auf.usw.
Gott ist LIEBE und so kann nur alles aus Liebe geschehen.Sich selbst geringer sehen,als unser gegenüber, auch wenn es schmerzt. Nur so kann ich zur Demut kommen und erfahre die Liebe, die uns Jesus durch seinen Vater geschenkt hat.
Wenn ich selbst,mit anderen,oder auch mit Ungerechtigkeiten, meine Probleme habe, bete ich zum Hl.Geist und bitte um die Erkenntnis besser zu verstehen. Anbetung ist für mich auch sehr wichtig, da kann ich alles J E S U S geben und um Heilung bitten. Ich habe in meinem Gebetsleben schon oft erleben dürfen, dass es um mein Herz leichter geworden ist und ich keine Gedanken des Zorn´s mehr hatte. So darf man Liebe erfahren und man kann dann auch die Liebe leben. Ich denke es ist auch sehr wichtig die Bibel zu lesen. Jesus,der eins ist mit dem Vater, straft nicht, er möchte uns heilen,so müssen wir uns heilen lassen wollen. Mit der Liebe können wir auch das Böse überwinden, den Liebe verträgt das Böse nicht.
Die Mutter Gottes sollte auch immer unser Beispiel sein, mit wieviel Liebe, hat sie soviel ertragen.
In unserem täglichen Leben können wir so viel tun,
wir müssen nur die Augen und Ohren öffnen.
Wenn ich immer nach dem bösen trachte, holt es mich irgendwann ein.
Gelobt sei Jesus Christus!
Manuela
Manuela
MFF schrieb am 16. Februar 2010
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danke
Ein sehr wertvoller Beitrag:
L.G..
Paul
MFF