Bitte, danke, Entschuldigung: Wie man gut zusammenlebt

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Drei Worte wirken Wunder im Ehe- und Familienleben, sagt der Papst immer wieder. Die Worte heißen: „Darf ich?“, „Danke“ und „Entschuldigung“. Auch bei seiner Generalaudienz auf dem Petersplatz an diesem Mittwoch erwähnte Franziskus seine drei Zauberworte; von ihnen ausgehend will er bei seinen Mittwochsansprachen in den nächsten Wochen „über das Leben der Familie, ihr wirkliches Leben“ sprechen. Die drei Worte stünden da gewissermaßen über der Eingangstür.

„Diese Worte öffnen den Weg, um in der Familie gut und in Frieden zusammenzuleben. Es sind einfache Worte, aber gar nicht immer so einfach ins Werk zu setzen! Sie erfordern große Kraft: die Kraft, die Familie auch in tausend Schwierigkeiten und Prüfungen zusammenzuhalten. Ohne diese Worte brechen allmählich Risse auf, die das Haus sogar einstürzen lassen können.“

„Darf ich?“, „Danke“ und „Entschuldigung“, diese Worte zähle man gewöhnlich zum Bereich der guten Erziehung, überlegte der Papst. Das sei ja auch ganz richtig so; allerdings könne gute Erziehung auch zu einem bloßen „Formalismus der guten Manieren“ und damit zu einer „Maske“ werden, „hinter der sich die Trockenheit der Seele und das Desinteresse am anderen verstecken“. „Noch nicht einmal die Religion ist vor diesem Risiko gefeit, das die formale Observanz in spirituelle Weltlichkeit abrutschen lässt. Der Teufel, der Jesus versucht, zeigt gute Manieren, er ist ein richtiger Herr, ein Ritter! Und er zitiert auch die Heilige Schrift, sodass man ihn glatt für einen Theologen halten könnte. Sein Stil scheint korrekt, aber seine Absicht ist es, von der Wahrheit der Liebe Gottes wegzulocken.“

Zurück zur Familie, zurück zu den drei Zauberworten. „Darf ich?“, zunächst: Das stehe dafür, dass man nicht einfach in das Leben eines anderen eindringen und darüber verfügen könne. Jesus selbst sage ja in aller Diskretion in der Offenbarung des Johannes: „Ich stehe vor der Tür und klopfe an…“ (Offb 3,20). „Sogar der Herr bittet um die Erlaubnis, hereinkommen zu dürfen! Vergessen wir das nicht, und halten wir es in der Familie ebenso. Mit einer wirklich gut erzogenen Sprache, die aber voller Liebe ist. Das tut den Familien so gut!“

Zweites Zauberwort: „Danke“. Vielen gelte es als Schwäche, sich bedanken zu müssen, dabei sei eigentlich das Gegenteil der Fall, so Papst Franziskus. „Wir sollten bei der Erziehung zur Dankbarkeit nicht mit uns reden lassen, denn die Menschenwürde und die soziale Gerechtigkeit gehen beide von hier aus! Wenn das Familienleben diesen Stil vernachlässigt, dann wird er auch im sozialen Leben verloren gehen. Außerdem gehört die Dankbarkeit für einen Gläubigen ins Herz seines Glaubens: Ein Christ, der sich nicht bedankt, ist jemand, der die Sprache Gottes vergessen hat.“

Das dritte Wort: „Entschuldigung“. Auch dieses legte der Papst nicht nur den Familien von heute ans Herz, sondern brachte es auch mit dem Glauben in Verbindung. „Nicht von ungefähr finden wir im Gebet, das Jesus uns gelehrt hat, dem Vaterunser, diesen Ausdruck: ‚Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern’ (Mt 6,12). Zugeben, dass man einen Fehler gemacht hat, und bereit sein, neu anzufangen, das macht einen der Vergebung würdig, und so wird die Infektion gebremst. Wenn wir nicht imstande sind, um Entschuldigung zu bitten, dann sind wir auch nicht fähig, (selbst anderen) zu vergeben.“

Die Generalaudienz fand an diesem Mittwoch übrigens unter außergewöhnlichen Sicherheitsvorkehrungen statt. Aus dem Vatikan war zu hören, man übe bereits für den erwarteten Ansturm von Pilgern und Besuchern im bevorstehenden Heiligen Jahr.

(rv 13.05.2015 sk)

 

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