Papst: Familienliebe kann das Herz einer ganzen Stadt wärmen

FamilieAnlässlich des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren hat Papst Franziskus an das Leiden vieler Menschen unter den aktuellen Kriegen erinnert. Bei seiner Generalaudienz an diesem Mittwoch auf dem Petersplatz erinnerte er insbesondere an das Schicksal der verfolgten Christen im Nahen Osten und verurteilte den Handel mit Waffen:

„Dieser Zerstörungswahn und jene, die mit blutigen Waffen handeln. Waffen, an denen das Blut von vielen Unschuldigen klebt. Nie wieder Krieg, dieser Ruf aus unseren Herzen, und denen all jener, die guten Willens sind, möge aufsteigen zum Fürsten des Friedens.“

In seiner Katechese sprach der Papst über die Weitergabe des Glaubens. Die Familie sei dafür der zentrale Ort: Die familiären Bindungen würden durch die Erfahrung des Glaubens und der Liebe Gottes verwandelt und mit einem größeren Sinn erfüllt. Die Familie weise über sich hinaus auf eine umfassendere Vater- und Mutterschaft hin: „Wer den Willen Gottes erfüllt, der ist für mich Bruder und Schwester und Mutter“ (Mk 3,35). Die familiären Bindungen in den Bereich des Gehorsams des Glaubens und des Bundes mit dem Herrn zu stellen, beschneide sie nicht, sondern schütze sie und befreie sie vom Egoismus. Ein familiärer Stil in den mitmenschlichen Beziehungen sei ein Segen für die Welt. Franziskus sprach in seinen Ausführungen insbesondere über die Rolle von Familien in modernen Großstädten:

„Der Bund der Familie mit Gott ist heute berufen, dem Vordringen der gemeinschaftlichen Wüsten in der modernen Gesellschaft entgegenzuwirken. Unsere Städte sind zu Wüsten geworden. Es fehlt an Liebe und Lächeln. Es gibt viele Unterhaltungsmöglichkeiten, viele Möglichkeiten, die Zeit zu vertreiben und Spaß zu haben. Aber es fehlt die Liebe. Wir müssen aus den Türmen und Kammern, in denen die Eliten sich verbarrikadiert haben, ausbrechen. Und wieder die Häuser und Räume der Vielheit aufsuchen, die offen für die Liebe der Familie sind.“

Wenn sich die Zuneigung in der Familie in ein Zeugnis für das Evangelium verwandeln ließe, werde Unvorstellbares möglich, und man könne Gottes Wirken mit der Hand greifen, so Franziskus.

„Das Lächeln einer Familie ist in der Lage, diese Wüste in unseren Städten zu besiegen. Das ist der Sieg der familiären Liebe. Verlieren wir nicht die Hoffnung. Wo es Familien mit Liebe gibt, sind sie fähig, mit ihrem Zeugnis für die Liebe das Herz einer ganzen Stadt aufzuwärmen.“

(rv 02.09.2015 cz)

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